Luxus-Tochter Audi treibt den Gewinn

Analysten heben Kursziel von VW an

Wolfsburg. Europas größter Autobauer Volkswagen hat auch nach dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010 bei den Autobauern die Nase vorn, will sich aber auch weiterhin nicht konkret äußern. „Wir haben unsere sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt und liegen damit auf einem guten Kurs, um die Ziele unserer Strategie 2018 zu erreichen“, sagte VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn.

Die große Überraschung blieb somit gestern aus. Das operative Ergebnis, das sich von 1,5 auf 4,8 Milliarden Euro fast verdreifachte, wurde vor allem von der Ingolstädter Premiumtochter Audi aufgepolstert. Die Bayern verdienten von Januar bis September operativ mit 2,3 Mrd. Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Hauptmarke Volkswagen steuerte 1,6 Mrd. Euro bei, Skoda 314 Millionen Euro, die Nutzfahrzeuge 142 Mio. und Scania 938 Mio. Euro.

Lediglich Seat und Bentley schrieben auch im dritten Quartal wieder Verluste – insgesamt 363 Mio. Euro. Wie berichtet, stieg der Konzernumsatz im Vorjahresvergleich von 77,1 auf 92,5 Mrd. Euro.

Konzern unterbewertet

Winterkorn erwartet, dass das Gesamtvolumen der Automobilmärkte – vor allem aufgrund des starken Wachstums in China – über dem Niveau des Vorjahres liegen werde. Zudem hält er daran fest, dass die Vorjahreswerte bei Auslieferungen, Umsatz und operativem Ergebnis übertroffen werden sollen.

An den Aktienmärkten hielt sich die Euphorie für VW gestern in Grenzen. Nachdem die Vorzugsaktie in den vergangenen Tagen den Dax zeitweise gezogen hatte, trat der Kurs nun auf der Stelle. Am Abend notierte das Papier bei 104,65 Euro, ein Minus von 0,19 Prozent. Profitiert hatte die Aktie zuletzt von positiven Analystenkommentaren, die die Kursziele anhoben. So gehen Experten der Commerzbank statt von 100 nun von 120 Euro pro Aktie aus, die Deutsche Bank von 125 statt 100 Euro und Credit Suisse von 130 statt 102 Euro.

Analyst Frank Schwope von der NordLB sagte: „VW fährt der Konkurrenz weiter davon.“ Die vorgelegten Zahlen seien besser als erwartet. Sein Kollege Arndt Ellinghaus von Credit Suisse begründete seine Annahme damit, dass VW unterbewertet sei. Vor allem die positiven Ergebnisbeiträge von 1,3 Mrd. Euro aus China seien weder in der Bilanz noch im Kurs berücksichtigt. An der Börse ist VW etwa 45 Mrd. wert – halb so viel wie Toyota.

Von Martina Wewetzer

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.