"Ich wurde heute gefeuert"

Groupon-Chef muss gehen

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Andrew Mason muss seinen Posten in der Chefetage von Groupon Räumen

Chicago - Groupon war einmal das erfolgreichste Portal für Gutscheind weltweit. Nach schlechten Geschäftszahlen musste sich nun Andrew Mason von seinem Chefposten verabschieden.

Nach einem der schwärzesten Tage in der Geschichte des Schnäppchen-Portals Groupon muss Mitgründer und Firmenchef Andrew Mason seinen Stuhl räumen. Am Donnerstag war die Aktie nach Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen um 24 Prozent abgestürzt. Denn die Lust auf Schnäppchen ist abgeflaut und die Verluste stiegen zuletzt.

Mason schien trotz des Debakels seinen Humor nicht verloren zu haben: „Ich habe entschieden, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte“, schrieb er am Nachmittag seinen Mitarbeitern. „Das war nur ein Scherz. Ich wurde heute gefeuert.“

Nun ist das junge Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Konzernchef, der das Geschäft wieder ankurbeln kann. Übergangsweise übernehmen Mitgründer und Verwaltungsratschef Eric Lefkofsky sowie sein Stellvertreter Ted Leonsis das Kommando. „Ich möchte Andrew für seine Führungsqualitäten, seine Kreativität und seine große Loyalität zu Groupon danken“, erklärte Lefkofsky.

Der Abgang kommt allerdings nicht überraschend, am wenigsten wohl für Mason selbst. Immer wieder war seine Ablösung von Kritikern gefordert worden. Sie sprachen ihm die Fähigkeit ab, ein Unternehmen mit einem Milliardenumsatz zu führen. Groupon hatte seine Buchführung zuerst nicht im Griff und enttäuschte die Anleger zuletzt immer wieder mit schwachen Geschäftszahlen.

„Als Konzernchef bin ich verantwortlich“, schrieb Mason seinen Mitarbeitern in gleichsam ironischen wie nachdenklichen Zeilen. „Ihr vollbringt erstaunliche Dinge bei Groupon und Ihr verdient es, dass die Außenwelt Euch eine zweite Chance gibt“, fuhr Mason fort. Er sei da nur hinderlich. „Es ist Zeit, Groupon von dem öffentlichen Getöse zu befreien.“ Er nehme jetzt erst einmal eine Auszeit.

Aktie erholt sich nach Entlassung

Nach Bekanntwerden des Mason-Abgangs erholte sich die Aktie nachbörslich wieder um 5 Prozent auf 4,73 Dollar. Das ist aber immer noch weit von den 20 Dollar entfernt, die das Papier beim Börsengang im November 2011 gekostet hatte. Damals galt Groupon noch als Wegbereiter aufs Parkett für andere Internetfirmen, besonders für Facebook.

Der Stern von Groupon an der Börse sank aber rasch. Die Firma hatte die Anleger zuletzt mit der Vorhersage geschockt, dass der Umsatz im laufenden Quartal schlimmstenfalls stagnieren werde. Bislang war Groupon rasant gewachsen und hatte die Zahl der Nutzer bis zum Jahreswechsel auf 41 Millionen hochgeschraubt. Einige Altnutzer sprangen aber schon wieder ab.

Gewerbetreibende können auf dem Portal ihre Rabatt-Coupons anbieten. Groupon erhält beim Kauf durch die Kunden einen Teil der Einnahmen. Dem stehen jedoch hohe Kosten für die Verwaltung sowie die Vermarktung gegenüber. Das hatte immer wieder zu Verlusten bei Groupon geführt.

Schon länger zweifeln Anleger daran, dass das Geschäftsmodell von Groupon überhaupt auf Dauer funktionieren kann. Einige Konkurrenten haben bereits die Segel gestrichen. Amazon schrieb fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial ab.

dpa

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