Angehörige können Pauschbetrag für Pflege geltend machen

+
Pflegende werden steuerlich entlastet. Sie können außergewöhnliche Belastungen über den Pflege-Pauschbetrag geltend machen. Foto: Oliver Berg

Die Pflege Angehöriger wird vom Finanzamt finanziell durch einen Pauschbetrag unterstützt. Das ist aber an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

München (dpa/tmn) - Die Pflege Angehöriger ist oft mit erheblichem Aufwand verbunden. Psychisch, körperlich und auch finanziell. Bei letzterem hilft das Finanzamt aus.

Das Finanzamt hilft pflegenden Angehörigen, indem es einen Pauschbetrag gewährt, den die Pflegeperson von der Steuer absetzen kann. Er beläuft sich auf 924 Euro im Jahr und ist an bestimmte Voraussetzung gebunden, wie die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) informiert.

So muss der Gepflegte die Pflegestufe III haben oder den Vermerk "H" für Hilflosigkeit im Schwerbehindertenausweis tragen. Zudem muss es sich um einen Angehörigen oder eine nahestehende Person wie einen Lebensgefährten handeln. Drittens muss der Angehörige die Pflege persönlich übernehmen, und sie muss in der Wohnung des Pflegebedürftigen oder des Pflegenden erfolgen.

Hinzu kommt: "Gewährt wird der Pauschbetrag nur dann, wenn der Pflegeleistung keinerlei Einnahmen gegenüberstehen", so Robert Dottl, Vorstandsvorsitzender der Lohi. Das heißt, dass der Pflegebedürftige auch kein Pflegegeld aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung an den Angehörigen weiterleiten darf. "Das gilt nach aktueller Rechtsprechung leider auch für Ehegatten." Anders sieht es allerdings aus, wenn das Pflegegeld von der Pflegeperson nur treuhänderisch verwaltet und für den Pflegebedürftigen verwendet wird. Dann wird der Pauschbetrag gewährt. Darüber muss dem Finanzamt allerdings ein Nachweis erbracht werden.

Eine Sonderbehandlung genießen Eltern pflegebedürftiger Kinder. Laut der Lohi können sie den Pflege-Pauschbetrag dank einer Steueränderung im Jahr 2003 geltend machen, obwohl sie Pflegegeld beziehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.