Anklage gegen IWF-Chef Strauss-Kahn erhoben

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IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn

New York - Gegen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung, versuchter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung Anklage erhoben worden. Nun hat sich auch dessen Frau zu Wort gemeldet. 

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Frankreich ist schockiert über den Vergewaltigungsverdacht gegen den Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn. Seine Frau glaubt an seine Unschuld, seine politischenFreunde vermuten einen Komplott gegen den aussichtsreichsten Kandidaten auf das französische Präsidentenamt. Ob sich der Verdacht bestätigt oder nicht, die politischen Ambitionen von DSK, wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, wurden mit einem Schlag zunichtegemacht.

Bunga Bunga ist überall - Sexaffären prominenter Männer

Sexaffären machen prominenten Männern seit eh und je zu schaffen. Von Bill Clinton über Silvio Berlusconi bis zu Wikileaks-Gründer Julian Assange. Klicken Sie sich durch: © dpa
In die Geschichte eingegangen ist Bill Clintons Satz: “I did not have sexual relations with that woman“ - ich habe keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau gehabt, so beteuerte der damalige US-Präsident seine Unschuld. Dass Monica Lewinsky aber viel mehr als nur eine Praktikantin im Weißen Haus war, konnte die Öffentlichkeit dann en détail erfahren. Der Seitensprung im Oval Office mündete in einem Amtsenthebungsverfahren, das scheiterte. Clintons Ansehen hat die Lewinsky-Affäre langfristig wenig geschadet. © ap
Anders sieht das bei Italiens Regierungschef Berlusconi aus. Dessen Triebe halten zwar die Welt bei Laune, dem Image Italiens schaden die Enthüllungen über wilde “Bunga Bunga“-Sexpartys allerdings enorm. Berlusconi wird nicht nur als lüsterner Greis verspottet. Seit April steht er wegen der Affäre um die Prostituierte “Ruby“ vor Gericht. Der Ausgang von “Rubygate“ ist ungewiss. © dpa
Nur selten endet es für die mächtigen Männer im Gefängnis. Eine Ausnahme ist der Fall des israelischen Ex-Präsidenten Mosche Katzav, der wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen im März zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. © dpa
Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich seit Monaten gegen eine Auslieferung an Schweden, wo er ungeschützten Sex mit zwei Frauen gehabt haben soll. Er sieht eine Verschwörung gegen sich wegen seines Enthüllungsportals Wikileaks. © dpa
Doch nicht nur in der Politik, auch im Showgeschäft, im Sport und in der Wirtschaft scheint die Sexaffäre die unverwüstliche Begleiterin der Macht zu sein: Bei VW ließen sich Betriebsräte Prostituierte vom Konzern bezahlen - das Unternehmen hatte deshalb eine handfeste Krise durchzustehen. © dpa
Golfer Tiger Woods opferte nicht nur seine Ehe sondern auch seine Karriere für seine Sexlust. © Getty
Starregisseur Roman Polanski soll in den 70er Jahren eine Minderjährige zum Sex verführt haben. In der Schweiz stand er erst kürzlich im Zusammenhang mit dem Fall unter Hausarrest. © dpa
Und Jörg Kachelmann ist nicht mehr der witzige Wettermoderator, seit er wegen Vergewaltigungsvorwürfen auf der Anklagebank am Landgericht Mannheim sitzt. © dpa
Frauen scheinen ihre Triebe dagegen eher im Griff zu haben - oder sie sind schlicht diskreter. Doch auch hier gibt es Fälle. So etwa Iris Robinson, die Frau des nordirischen Ministerpräsidenten, die sich von einem Teenager hinreißen ließ. Ausbaden musst es allerdings vor allem ihr Mann: Peter Robinson musste vorübergehend sein Amt abgeben. © dpa

Der 62-Jährige wurde am Samstagabend in New York wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung, versuchter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung festgenommen. US-Beamte holten ihn auf dem Flughafen John F. Kennedy kurz vor dem Start einer Air-France-Maschine nach Paris aus der ersten Klasse. Strauss-Kahn soll sich nach Aussage eines 32-jährigen Zimmermädchens in seiner Hotelsuite nackt auf diese gestürzt und sie zum Oralsex gezwungen haben.

Strauss-Kahns Anwalt erklärte, sein Mandant weise alle Anschuldigungen zurück und werde sich im Sinne der Anklage für nicht schuldig erklären. Die Anklageverlesung wurde für den (heutigen) Sonntagnachmittag erwartet.

Strauss-Kahns Frau Anne Sinclair schrieb in einer Erklärung in Paris, sie “glaube nicht eine Sekunde an die Anschuldigungen“ gegen ihren Ehemann. Alle Beteiligten sollten Anstand und Zurückhaltung wahren. Sie sei überzeugt, dass die Unschuld ihres Mannes bewiesen werde.

Die in den USA geborene Sinclair ist die dritte Ehefrau von Strauss-Kahn. Die beiden sind seit knapp 20 Jahren verheiratet. Bereits nach einem Seitensprung Anfang 2008 stand die 62-Jährige zu ihrem Mann. Damals hatte er kurz nach dem Beginn seiner Amtszeit in Washington eine Affäre mit einer Mitarbeiterin.

Sinclair war lange Zeit eine der bekanntesten TV-Journalistinnen Frankreichs. Sie heizte im Februar die Gerüchte um eine mögliche Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes an. In einem Interview erklärte sie, dass sie sich für ihren Mann kein zweites Mandat an der Spitze des IWF wünsche. Die Meinung seiner Frau sei ihm “sehr wichtig“, sagte Strauss-Kahn dazu.

Der französische Regierungssprecher François Baroin reagierte auf die Festnahme des IWF-Direktors Dominique Strauss-Kahn mit Zurückhaltung. Beroin erklärte im Fernsehsender “France 2“, die Regierung respektiere, dass eine juristische Prozedur unter der Hoheit der amerikanischen Behörden begonnen habe. Dabei habe die Unschuldsvermutung zu gelten.

Die Chefin der Christdemokraten, Christine Boutin, ebenfalls Präsidentschaftskandidatin, erklärte, die Zukunft von Strauss-Kahn sei belastet. “Aber das ist nichts gegen den Schaden, den das Image Frankreichs heute genommen hat“, sagte sie dem Radiosender “France Info“. Ihrer Meinung nach ist Strauss-Kahn “wahrscheinlich eine Falle gestellt worden, und er ist hineingefallen“.

dapd/dpa

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