Virtueller Berater

Anwälte: Rechtsberatung über Internet nimmt zu

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Bei Routine-Aufgaben werden Anwälte immer weniger gebraucht. Standardisierte Aufgaben werden besser über Internetplattformen erledigt. Foto: Uwe Anspach/dpa

Der Gang zu einem Anwalt kann in manchen Fällen überflüssig sein. Zum Beispiel wenn es um Schadensersatz bei Flugverspätungen geht. Routine-Aufgaben können auf Internet-Platzformen geprüft werden. Das spart Zeit und Geld.

Essen (dpa) - Die Rechtsberatung über Internetplattformen nimmt nach Einschätzung des Deutschen Anwaltvereins rasant zu. Seiten wie "scheidung.de" und "gekündigt.de" seien nur die Spitze eines Eisbergs, sagte Präsident Ulrich Schellenberg anlässlich des 68.  Deutschen Anwaltstages in Essen.

"Ich bin überzeugt davon, dass standardisierbare Aufgaben, also Routineaufgaben, zunehmend von Computersystemen übernommen werden", sagte Schellenberg. Es werde kein Rechtsgebiet ausgenommen sein. Das Prinzip sei, dem Verbraucher niedrigschwellige Angebote zu machen.

So könne zum Beispiel eine Plattform bei Flugausfällen oder -verspätungen in Sekundenschnelle analysieren, ob und in welcher Höhe ein Fluggast Ansprüche geltend machen könne. Dies könne dann über standardisierte Formulare erfolgen.

Schellenberg appellierte an die Anwaltschaft, sich digitale Techniken zunutze zu machen. Als Beispiel nannte er Unternehmensbewertungen, die viel Zeit und Geld kosteten. "Da müssen sie durch eine Armada von Aktenordnern gehen." In solchen Fällen könnten hochwertige Texterkennungssysteme helfen. "Wenn sie eine Software darüber laufen lassen, die die klassischen Risiken erkennt, ist das eine ganz wichtige Entlastung für uns."

Im Nachteil sieht Schellenberg die Anwälte durch die digitale Rechtsberatung nicht. "Wenn es darum geht, individuelle Lösungen für unsere Mandanten zu entwickeln, werden wir solange wir denken können, Maschinen überlegen sein."

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