SZ berichtet

Apothekerlobby hat guten Draht zu Gesundheitsminister Jens Spahn

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Nach einem Medienbericht arbeiten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Lobbyorganisationen der Apotheker beim neuen Apothekengesetz eng zusammen. Der Minister soll den Apothekern viel Geld in Aussicht gestellt haben.

Die Lobbyorganisationen der Apotheker haben einem Bericht zufolge einen besonders guten Draht zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Im Zusammenhang mit seinem Vorschlag für ein neues Apothekengesetz habe "es insgesamt elf Termine von Vertretern der Leitungsebene des Bundesministeriums für Gesundheit mit Vertretern der Apothekerverbände" gegeben, heißt es der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag zufolge in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion.

Mit anderen von dem Gesetz betroffenen Akteuren wie beispielsweise den Krankenkassen sei hingegen kein einziges Treffen dokumentiert, hieß es in dem Bericht weiter. Dabei stelle Spahn den Apothekern mit seinen Eckpunkten zur Stärkung der flächendeckenden Versorgung viel Geld in Aussicht. Insgesamt 375 Millionen Euro zusätzlich sollen Apotheken demnach für Nacht- und Notdienste, die Abgabe von Betäubungsmitteln und für "zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen" bekommen.

Krankenkassen sollen Finanzspritze bezahlen

Künftig sollten die Pharmazeuten Geld erhalten, wenn sie ihren Kunden etwa Medikamentenpläne erstellen. Bezahlen werden für die Finanzspritze die gesetzlichen Krankenkassen. Deren Spitzenverband steht den Apothekern deshalb skeptisch gegenüber. "In der politischen Diskussion der letzten Jahre standen vor allem Honorarforderungen der Apothekerschaft und weniger die Verbesserung der Patientenversorgung im Vordergrund", heißt es in einem Positionspapier der Kassen aus dem vergangenen Jahr.

In seinen Eckpunkten rückt Spahn dem Bericht der "Süddeutschen" zufolge auch von einem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ab - nämlich dem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Die niedergelassenen Apotheker in Deutschland fühlen sich von ausländischen Medikamentenhändlern bedroht, die den Kunden neben Tabletten frei Haus auch Bonuszahlungen versprechen. Spahn wolle diesen Versand künftig doch erlauben, aber die Höhe der Boni auf 2,50 Euro pro Packung begrenzen, schrieb die Zeitung.

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AFP

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