Arbeiten in der Systemgastronomie

Arbeiten in der Systemgastronomie: Viel mehr als nur Burger braten

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Bitte recht freundlich: Die Auszubildende Jasmin Müller hat das Prinzip des zuvorkommenden Service verinnerlicht.

Blöde Reaktionen von den Freunden habe sie eigentlich nicht bekommen. Viele hätten zwar gesagt: „Mein Ding ist es nicht“, erzählt Jasmin Müller. Aber die meisten fänden ihren Job ganz cool. Die 21-Jährige macht eine Lehre zur Fachfrau für Systemgastronomie bei McDonald’s.

Restaurants mit Systemgastronomie – das sind derzeit vor allem Fast-Food-Ketten wie McDonald’s oder Burger King. Aber auch Selbstbedienungsläden oder Ketten wie Starbucks, Maredo, Pizza Hut oder Nordsee zählen dazu.

Egal, ob man in eine Filiale in Berlin, Madrid oder Los Angeles geht: Es gibt feste Menüs – und zwar im besten Fall zu einer bestimmten Qualität. Zu großen Teilen sind die Abläufe in diesen Restaurants standardisiert. Da die Arbeit für das Personal dadurch ganz anders ist als in anderen Restaurants, züchten sich die Ketten ihr eigenes Fachpersonal heran: Die Fachmänner und Fachfrauen für Systemgastronomie.

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Drei Sachen brauchen junge Menschen, die diese Lehre machen wollen: „Sie brauchen eine hohe Affinität zur Dienstleistung“, sagt Jörg Wiedemann, mitverantwortlich für die Berufsausbildung bei McDonald’s. Sie dürften die Schichtarbeit nicht scheuen. Denn Fachkräfte für Systemgastronomie sind häufig auch am Wochenende und nachts im Einsatz. Und schließlich müssten sie gut im Team arbeiten können. Die Gastronomie ist bei Jugendlichen im Allgemeinen eine ziemlich unbeliebte Branche. „Man muss viel stehen und hat Schichtarbeit“, sagt Simon Grupe, Ausbildungsexperte bei der Industrie- und Handelskammer.

Trotzdem hält er den Fachmann für Systemgastronomie für einen guten Lehrberuf. „Die Systemorientierung nimmt in Restaurants immer mehr zu“, so Grupe. Das sei ein Bereich mit Zukunft. Bestätigen kann das auch Guido Zeitler von der Gewerkschaft für Nahrung, Genuss, Gaststätten: „Mit dieser kaufmännischen Ausbildung lässt sich leicht in andere Branchen wechseln.“

Im zweiten Lehrjahr steht die Umsetzung und Kontrolle betrieblicher Standards auf dem Ausbildungsplan. Im dritten Lehrjahr kommen Themen wie Mitarbeiterführung, Kostenanalyse, Inventur oder Personalwesen dazu. Nach der Lehre sind die Perspektiven auf eine Übernahme meist gut. McDonald’s beispielsweise übernimmt eigenen Angaben zufolge 80 Prozent der Azubis. (dpa)

Gehaltsinfo: Gar nicht so schlecht

Auszubildende bekommen laut der BA im ersten Lehrjahr zwischen 600 und 670 Euro. Im dritten Lehrjahr bekommen sie zwischen 730 und 830 Euro. Die Vergütung der Lehrlinge ist verglichen mit denen von Restaurantfachleuten also gar nicht schlecht. Nach der Ausbildung starten sie mit einer Bruttogrundvergütung von rund 2000 Euro.

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