Arbeitgeber schätzen Praxisnähe

Wenn Personalverantwortliche in Deutschland beurteilen, was der Studienabschluss eines Bewerbers wert ist, dann achten sie zu 89 Prozent auf den Praxisbezug des Studiums.

Fast genau so viele, sprich 86 Prozent der Personalchefs, schätzen es, wenn das Studium eng mit dem Beruf verzahnt wurde, beispielsweise durch ein Duales Studium oder ein Fernstudium. Auf eine Akkreditierung des Studiengangs legen immerhin 55 Prozent der Personalentscheider besonderen Wert.

Dies ergab jetzt die aktuelle forsa-Studie im Auftrag der Europäischen Fernhochschule Hamburg und des ILS Institut für Lernsysteme. Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden 300 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern befragt. Herausgekommen ist ein aktuelles Meinungsbild der Personalentscheider in Deutschland zu verschiedenen Aspekten der berufsbegleitenden Weiterbildung.

Beeindruckt vom Engagement

Gefragt, wie sie zu einem Fernstudium ihrer Mitarbeiter stehen, gaben 89 Prozent der Personalverantwortlichen an, von der Zielstrebigkeit und dem Engagement beeindruckt zu sein. 72 Prozent sind sich sicher, dass studierende Mitarbeiter das Unternehmen voran bringen. Entsprechend groß ist die Bereitschaft, diese zu fördern und zu honorieren: 63 Prozent sehen in Mitarbeitern, die ein Fernstudium absolvieren, eindeutig Kandidaten für eine Beförderung. Und 67 Prozent unterstützen das private Weiterbildungsengagement auch ganz konkret, zum Beispiel durch die Übernahme der Studiengebühren, durch die Gewährung zusätzlicher Urlaubstage oder durch Bonuszahlungen nach erfolgreichem Abschluss.

Gehaltserhöhung oder Beförderung

Wie wertvoll Mitarbeiter sind, die sich per Fernstudium weiterbilden, zeigt die Angst der Personalchefs, diese könnten das Unternehmen nach dem Studienabschluss verlassen. Immerhin 53 Prozent sehen diese Gefahr. „Wir wissen aus unseren Umfragen, dass die Mehrzahl unserer Studenten schon während des Fernstudiums eine Gehaltserhöhung oder eine Beförderung angeboten bekommt“, betont Prof. Dr. Jens-Mogens Holm, Präsident der Euro-FH. „Das ist eine Form der Mitarbeiterbindung, wenn man hochqualifizierte Kräfte im Unternehmen halten möchte.“

Um den Personalverantwortlichen die Sorge zu nehmen, die immerhin 27 Prozent haben, dass ein Mitarbeiter während es Fernstudiums seine reguläre Arbeit vernachlässigen könnte, gibt Jens-Mogens Holm einen Tipp: „Reden sie von Anfang an offen mit ihrem Arbeitgeber und verdeutlichen sie ihm, wo er tagtäglich von ihrem wachsenden Fachwissen profitiert.“ (nh)

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