Health Care Studies: Neuer Studiengang verbindet Ausbildung und Bachelor-Studium

Für den Arbeitsmarkt gerüstet

Dozenten am Kasseler Studienzentrum der Hamburger Fernhochschule: Diplom-Pflegepädagogin Jutta Trieschmann (von links hinten), Diplom-Pflegewirt Helmut Zeilfelder, Rechtsanwalt und Experte für Medizin- und Sozialrecht Manfred Kohlt, Diplom-Pflegewirtin Daniela Schaub-Engel, (vorn von links) Diplom-Ökonomin Andrea Weber, Diplom-Pflegepädagogin Monika Mühlhausen. Foto: Polk

Zwei Bildungsabschlüsse und zwei Jahre Berufspraxis in fünf Jahren – das ist durch einen neuen Studiengang an der Hamburger Fernhochschule (HFH) möglich. Health Care Studies heißt er und richtet sich an Auszubildende der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie der Gesundheits- und Krankenpflege, auch der Kinderkrankenpflege. Dabei arbeitet die Hochschule mit den entsprechenden Ausbildungsstätten zusammen. Ein Kooperationsvertrag gewährleistet die Verzahnung von Schule und Hochschule.

„Konflikte zwischen Theorie und Praxis werden sofort thematisiert, denn die Auszubildenden bringen ihre praktischen Erfahrungen und Anregungen mit ins Studium.“

Jutta trieschmann

Ausbildungs- und Lerninhalte sind aufeinander abgestimmt. „Konflikte zwischen Theorie und Praxis werden sofort thematisiert, denn die Auszubildenden bringen ihre praktischen Erfahrungen und Anregungen mit ins Studium“, sagt Jutta Trieschmann. Die Diplom-Pflegepädagogin leitet das Studienzentrum der Hamburger Fernhochschule in Kassel.

Praxis und Wissenschaft sind eng verzahnt

Die Schüler lernen, ihr praktisches Tun auf wissenschaftlichem Hintergrund zu sehen. Das stärke ihre Eigenverantwortlichkeit im späteren Berufsleben, sie können ihre Arbeit besser präsentieren, erläutert die Pflegepädagogin.

Wer sich für einen der genannten Berufe entschieden hat, widmet sich im ersten Jahr ganz der Ausbildung. Im zweiten Ausbildungsjahr beginnt parallel der erste Studienabschnitt, er dauert bis zum Ausbildungsende. Zu Semesterbeginn erhält der Studierende Lernmaterialien, die er selbstständig bearbeitet. Dafür sind durchschnittlich sieben Wochenstunden vorgesehen.

Vier Mal pro Semester treffen sich die Studierenden zu einer Präsenzveranstaltung am Freitagnachmittag und Samstag. Den Überblick darüber, welcher Studienbrief wann behandelt wird, gibt ein Semesterplan.

Im ersten und vierten Semester werden keine Noten verteilt, damit die Belastung während der Gewöhnung an das Studium und zum Ausbildungsabschluss nicht zu hoch wird.

Nach der Prüfung am Ausbildungsende wird das Studium berufsbegleitend weiter geführt. Die Zahl der Präsenzveranstaltungen erhöht sich auf fünf bis sechs pro Semester, sie beginnen dann schon donnerstags. Für die Bearbeitung der Studienbriefe müssen etwa 15 Wochenstunden einkalkuliert werden.

Übergreifende und berufsbezogene Inhalte

Das Studium beinhaltet berufsübergreifende Module, wie Wissenschaftliches Arbeiten oder Qualitätssicherung. Jede Berufsgruppe bearbeitet darüber hinaus fachspezifische Module. Im zweiten Abschnitt wählt der Studierende einen Schwerpunkt aus den Bereichen Beratung, Prävention oder Rehabilitation.

„Mit einer Berufsausbildung, einem Studienabschluss und zwei Jahren Berufserfahrung haben die Absolventen exzellente Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt, ob in Gesundheitseinrichtungen oder als Selbstständige“, erklärt Jutta Trieschmann. Die Akademisierung von Gesundheitsberufen sei international schon längst auf dem Weg, sagt die Leiterin des Studienzentrums Kassel.

Von Ilona Polk

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