Beim iPhone hat Apple einen Profit von 60 Prozent

240 Arbeitsstunden für 310 Euro Lohn – Arbeitskosten pro Handy bei 15 Euro

Der Arbeitslohn der iPhone-Arbeiter in China beträgt umgerechnet zwischen 90 Euro-Cent und 1,30 Euro pro Stunde. Bei 240 Arbeitsstunden inklusive Überstunden bringen sie es auf 210 bis 310 Euro pro Monat.

Die Kritiker von der Kampagne „Make IT Fair“ sagen dazu, dieser Lohn reiche nicht, um den Lebensstandard der Arbeiter in Großstädten wie Shenzhen oder Chengdu mit ihren steigenden Lebenshaltungskosten zu sichern. Eine Familie könnten sie nicht unterhalten.

Dabei wäre es für die Unternehmen kein Problem, den Lohn zu erhöhen. Denn die Arbeitskosten, die in einem iPhone stecken, betragen nur rund drei Prozent. Diese Zahl nannte Foxconn-Manager Louis Woo im Gespräch mit dieser Zeitung. Angesichts eines Endkunden-Preises von 500 Euro für ein iPhone schlagen die Arbeitskosten also nur mit 15 Euro zu Buche.

Einigten sich Foxconn und Apple darauf, die Löhne zu verdoppeln, stiege der Preis eines iPhones bei uns folglich um maximal 15 Euro. Ließen sich europäische Konsumenten dadurch vom Kauf abhalten? Wahrscheinlich nicht.

Denn bei Kult-Produkten wie den Mobiltelefonen und Computern von Apple spielt der Preis nicht die Hauptrolle.

Luxuriöse Gewinnmargen

Aber selbst wenn Apple die Konkurrenz fürchtete, Absatzeinbußen verhindern und den Ladenpreis nicht erhöhen wollte, wären höhere Löhne kein Problem. Denn im iPhone stecke ein Profit von bis zu 60 Prozent, sagt Cornelia Heydenreich von „Make IT Fair“.

Zu solchen Angaben äußern sich die Unternehmen nicht. Unstrittig ist allerdings, dass Apple mit seinen Produkten luxuriöse Gewinnmargen erzielt. Im Verhältnis zu einem Gesamtumsatz von rund 25 Milliarden Dollar (17,6 Mrd. Euro) im vergangenen Geschäftsquartal meldete die US-Firma eine Rendite von sechs Mrd. Dollar. Stiegen die Lohnkosten, nähme dieser Profit ab. Aber noch immer blieben sehr hohe Gewinne übrig.

Dass eine derartige Unternehmenspolitik möglich ist, beweist das vergangene Jahr. Als Reaktion auf die Selbstmorde in Shenzhen erhöhte Foxconn den Lohn der Beschäftigten um fast 100 Prozent. Nur: Zu solchen Schritten sind die Unternehmen offenbar nur unter starkem Druck bereit – seitens der Beschäftigten oder der Kunden.

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