Arcandor vor Zerschlagung

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Der Arcandor-Vorstand wird die Suche nach einem Investor am 15. August beenden.

 Essen/Fürth - Das Handelsunternehmen Arcandor steht unmittelbar vor der Zerschlagung. Die Suche nach einem Großinvestor für den insolventen Handels- und Touristikkonzern ist gescheitert.

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Wenn nicht bis zum Wochenende ein geeigneter Kandidat den Gesamtkonzern rettet, sollen die Handelstöchter Karstadt und Primondo einzeln auf die Suche nach Unterstützung gehen. Die Arcandor- Gesellschaft wird dann aufgelöst. Auf dem Kaufhausmarkt rückt damit ein Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof immer näher. Knapp drei Wochen vor der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens teilte der Konzern am Mittwoch in einer knappen Erklärung mit, die Suche nach einem Investor für die Arcandor AG am 15. August zu beenden. Die Belegschaft werde über Details am Donnerstag informiert, die Öffentlichkeit im Anschluss daran.

Die Chancen, doch noch den erhofften Ankerinvestor zu finden, sieht Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick als äußert gering an. Eick und der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wollen jetzt zumindest die Zerschlagung der Karstadt Warenhaus AG und der Versandsparte Primondo mit dem Fürther Versandunternehmen Quelle als Flaggschiff verhindern. Das noch geheime Konzept hatte Görg am Mittwoch zunächst dem vorläufigen Gläubigerausschuss vorgestellt. Die Töchter können nach heutigem Stand ohne Investoren kaum überleben.

Mit der Suche nach geeigneten Partner wurden deshalb bereits die Bankhäuser Merill Lynch im Fall Karstadt und Metzeler im Fall Primondo beauftragt. Der Quelle-Betriebsrat befürchtet von der bevorstehenden Arcandor- Zerschlagung keine Nachteile für das Fürther Versandunternehmen. “Das war absehbar und überrascht uns nicht“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel der Deutschen Presse- Agentur dpa in Nürnberg. Nun müsse ein Investor für die Versandsparte gesucht werden. Dabei sollte die Primondo-Gruppe mit dem Flaggschiff Quelle, den Spezialversendern und den Dienstleistern zusammenbleiben, sagte Sindel. “Einzellösungen halte ich nicht für sinnvoll.“

Über eine Zerschlagung sei bei Quelle bestimmt niemand traurig, sagte Sindel. “Das hat nie so richtig funktioniert.“ Der Zusammenschluss von Karstadt und Quelle sei ein strategischer Fehler gewesen. An diesem Donnerstag (13. August) sollen die Beschäftigten in Nürnberg und Fürth auf Betriebsversammlungen über Eckpunkte des Sanierungsplans informiert werden. “Wir rechnen mit tiefen Einschnitten“, sagte Sindel. Die Arcandor-Tourismustochter Thomas Cook kann von der Zerschlagung unabhängig weiterarbeiten. Die von Arcandor verpfändeten Anteile im Wert von rund einer Milliarde Euro, wollen Banken voraussichtlich verkaufen. Arcandor hält über 50 Prozent der Anteile, hat aber faktisch keine Verfügungsgewalt mehr darüber. Sie dürften von der BayernLB verwertet werden. Käufer oder Investoren für die Handelstöchter Primondo und Karstadt hatte es in der Vergangenheit nur eingeschränkt gegeben. Niemand wollte die Gesellschaften komplett übernehmen.

Der Konkurrent Kaufhof will 60 der 90 Warenhäuser übernehmen. Otto hatte Interesse an den Sporthäusern und lukrativen Spartenversandhändlern unter dem Dach Primondo gezeigt. Ob hier Übernahmen anstehen oder Investoren das Überleben der Töchter sichern, ist noch offen.

dpa

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