Architekten des Transports

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Spediteure bewegen Güter, Logistiker steuern den Warenfluss: In beiden Branchen wird längst global geplant.

Eine Fabrik in Westfalen will Spezialschrauben nach Südfrankreich liefern, ein Fruchtimporteur in München ordert eine Ladung Bananen aus Mittelamerika. Um die Waren sicher und termingerecht ans Ziel zu bringen, sind Fachleute gefragt.

Als „Architekten des Transports“ bezeichnet Stefan Sass vom Verein Hamburger Spediteure die Spezialisten, die täglich unzählige Tonnen von Gütern aller Art weltweit bewegen.

„Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung“, erläutert Barbara Rauch vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) in Bonn. Beide Branchen sind eng verbunden. Spediteure bewegen Güter, Logistiker steuern den gesamten Warenfluss einschließlich des Transports.

„Wer sich für diesen Beruf interessiert, muss gute Noten in Mathematik, Deutsch und Englisch haben“, betont Sass. Kenntnisse in Erdkunde schaden ebenfalls nicht, denn die Arbeit in der Speditionsbranche ist international. Viele Betriebe stellen bevorzugt Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur ein. Mit einem Hauptschulabschluss allein habe man keine so guten Karten, sagt Sass. Wichtig seien außerdem gute Umgangsformen. Schließlich gehört Kundenkontakt zum Beruf.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule. Die angehenden Kaufleute lernen, wie Waren auf dem schnellsten und billigsten Weg an den Zielort gelangen. „Dazu müssen sie Frachtraum einkaufen und im Voraus dafür sorgen, dass die Güter eventuell zwischengelagert und umgeschlagen werden“, erklärt Elke Schneider, beim DSLV für Aus- und Weiterbildung zuständig.

Global denken

Speditionsunternehmen sind Reisebüros des Güterverkehrs. Die Kaufleute informieren sich über Flugrouten, Bahnstrecken, Schiffsverbindungen und Angebote der Lkw-Unternehmen sowie die jeweiligen Preise, ehe sie das entsprechende Angebot für den Kunden kalkulieren. Die Mitarbeiter kennen die einschlägigen Zollbestimmungen, Verhältnisse an den einzelnen Umschlagplätzen und die Höhe der Transportversicherungen. „Sie müssen dabei global denken und Organisationstalent haben“, sagt Schneider.

Die Fachkräfte für Spedition und Logistik arbeiten weitgehend mit dem Computer und sind mit der Welt per Internet, Fax und Telefon verbunden. Fundierte Fremdsprachenkenntnisse sind deshalb wichtig: Englisch ist ein Muss, weitere Sprachen sind bei vielen Arbeitgebern willkommen. Oft wird in der Speditions- und Logistikbranche unter Zeitdruck gearbeitet. Schichtarbeiten können je nach Unternehmen anfallen. Auch wenn ein Kaufmann vorwiegend im Büro sitzt, muss er gelegentlich Waren vor Ort kontrollieren. Das können Lagerhallen sein oder zum Beispiel Hafenanlagen und Schiffe.

Schneider sieht in der Branche „gute Aufstiegsmöglichkeiten“. Durch Weiterbildung kann nach drei Jahren die Prüfung zum Verkehrsfachwirt Spedition oder zum Fachkaufmann für Außenwirtschaft abgelegt werden. Fachhochschulen bereiten mit dem Abschluss Bachelor oder Master auf Führungsaufgaben in diesem Bereich vor. (tmn)

Von Horst Heinz Grimm

Logistik, Spedition und Lagerhaltung.pdf

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