Wolke verursacht größere Schäden als erwartet: Fluggesellschaften büßen 190 Mio. ein

Asche sorgt für rote Zahlen

Naturgewalt: Die Wolke aus dem Eyjafjalla-Vulkan hat zu wirtschaftlichen Verlusten geführt. Foto: dpa

Mitte April verursachte die Aschewolke aus Island weltweites Flugchaos. Inzwischen sorgt der Vulkan erneut für Rauch am Himmel und Flugverbote – Schaden bislang unklar. Am Dienstag waren Flughäfen auf den kanarischen Inseln und in Portugal von den Sperrungen betroffen.

Der Eyjafjalla-Vulkan, der kürzlich für Ausnahmezustände auf Flughäfen sorgte, hat finanzielle Konsequenzen für Fluggesellschaften und Reiseveranstalter. Erste Einschätzungen beider Branchen bestätigen: Die Verluste durch die Asche spiegeln sich in roten Zahlen wider.

Der deutsche Reiseverband (DRV) hat die Kosten hochgerechnet. Deutsche Reiseveranstalter haben laut DRV einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 110 Millionen Euro erlitten.

Für die aktuelle Aschewolke gibt es noch keine handfesten Prognosen: „Für die jüngste Wolke sind die Konsequenzen momentan schwer einzuschätzen“, sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des DRV. Ob kleinere Reiseveranstalter durch die Folgen der Naturgewalt ihre Existenz verlieren, ist bisher unklar. Laut Zeuch ist das von der Entwicklung der Aschewolke abhängig – auch wenn das Sommergeschäft gut angelaufen ist.

„Die Aschewolke hat bislang einen Schaden von 190 Millionen Euro bei den deutschen Fluggesellschaften hinterlassen. Mit jedem Tag neuer Einschränkungen im Flugbetrieb steigt dieser Schaden“, sagt Dr. Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften. Die Start- und Landeverbote führten somit zu großen finanziellen Verlusten. Engel sagt: „Bessere Messdaten hätten einen Teil der Sperrungen vermeiden können.“

Von Dorothea Backovic

Lufthansa: Ausgebremst

Die Asche hat den Lufthansa-Konzern ausgebremst: Die Passagier-Anzahl fiel allein bei der Hauptmarke im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16, 2 Prozent auf 3,98 Millionen. Ohne Luftraumsperren hätte es nach Einschätzung der Fluggesellschaft ein Absatzplus von etwa zehn Prozent gegeben. Trotz Ausfällen beförderte Lufthansa Cargo 13,8 Prozent mehr Fracht als im April 2009.

TUI Travel: Trübe Aussicht

Die Vulkanaschewolke aus Island trübt bei TUI Travel die Gewinnaussichten für das zweite Halbjahr 2010. Den durch die Wolke verursachten Schaden bezifferte das Unternehmen gestern auf 105 Millionen Euro. Im ersten Geschäftshalbjahr hat der Reiseveranstalter seinen Verlust leicht verringert. Das Minus reduzierte sich von Oktober bis März von 334 auf 320 Mio. britische Pfund (372 Mio. Euro).

Easyjet: Gekappte Prognose

Der britische Billigflieger Easyjet kappt nach dem mehrtägigen Flugverbot im April jetzt seine Gewinnprognose. Das Unternehmen teilte gestern offiziell mit, dass die Flugausfälle zu zusätzlichen Kosten und Verlusten von 50 bis 75 Mio. Pfund geführt haben. Das Vorsteuerergebnis dürfte jetzt statt bis zu 200 Mio. Pfund nur noch maximal 150 Mio. Pfund (173 Mio. Euro) erreichen.

Fraport: Aufschwung ade

Den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat das Asche-Flugverbot den Aufschwung im April gekostet. Die Zahl der Fluggäste auf Deutschlands größtem Flughafen sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,9 Prozent auf 3,5 Mio. Gäste. Gestern teilte die Konzernleitung mit, dass die Vier-Millionen-Grenze damit erstmals seit April 2003 nicht mehr überschritten worden sei.

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