B.Braun investiert 32 Millionen in Fertigungsstätte in Hanoi – Kanzlerin Merkel zu Gast

Asien als Umsatztreiber

Arbeiten in Hanoi: Die Produktionsstätte wurde nach modernsten Standards gebaut. Tageslicht in der Produktion ist selbstverständlich, in den Pausen steht ein Park zur Verfügung. Zum Komplex gehört ein Doctor House für die medizinische Versorgung. Foto: B.Braun

Hanoi. Nach fast drei Jahren Bauzeit hat der Medizintechnik-Hersteller B. Braun Melsungen AG gestern seine neue Fabrik in Hanoi (Vietnam) in Betrieb genommen. Dafür investierte das Melsunger Unternehmen insgesamt 32,6 Millionen Euro. Damit entstand der größte medizintechnische Komplex in Vietnam.

„In den nächsten Jahren sehen wir hier unser stärkstes Wachstumspotenzial“, sagte Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen, anlässlich der offiziellen Eröffnung der Fabrik. Anwesend war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die derzeit durch Vietnam reist. Bei ihrem ersten Besuch als Kanzlerin in dem sozialistischen Land unterzeichnete sie mit Ministerpräsident Nguyen Tan Dung gleich mehrere Abkommen. Dazu zählen eine strategische Partnerschaft zur Intensivierung der Handelsbeziehungen und der Zusammenarbeit in der Wissenschaft. Zudem geht es um die Zusage für bereits in Aussicht gestellte 467 Millionen Euro für Kredite und Projekte in der Entwicklungshilfe.

B. Braun ist ein Beispiel dafür, dass die länderübergreifende Zusammenarbeit funktioniert: Anfang der 1990er-Jahre ging das Unternehmen nach Vietnam. 1996 errichtete B. Braun in Hanoi die erste Produktionsstätte für Infusionslösungen, die derzeit 780 Menschen beschäftigt.

Für das Melsunger Familienunternehmen ist Hanoi kein Standort zweiter Wahl. „Alle Produkte sind Made by B. Braun“, betonte Große. Viele der Mitarbeiter, die in Hanoi arbeiten, wurden auch an deutschen Standorten ausgebildet. „Wertschätzung der Mitarbeiter heißt bei B. Braun, dass sie in die Konzeption der Arbeit einbezogen werden.“

Mittlerweile arbeitet fast ein Viertel der weltweit 43 000 Mitarbeiter in Asien. Bis 2012 sollen in Hanoi 200 neue Arbeitsplätze entstehen. „B. Braun ist auch in Vietnam eine gute Ausbildung sehr wichtig“, sagte Große. So wolle man junge Menschen in Zukunft in Vietnam nach dem Vorbild der dualen Ausbildung qualifizieren.

Asien gewinne mit 620 Mio. Euro Umsatz an Bedeutung für das Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von gut 4,6 Milliarden Euro erzielen will. Die Fabrik in Hanoi umfasst 9800 Quadratmeter – etwas größer als ein Fußballfeld. Modernste Maschinen sollen dafür sorgen, dass die IV-Set-Produktion von 35 auf 100 Millionen Stück pro Jahr gesteigert wird. Langfristig sollen pro Jahr 200 Mio. das Werk verlassen.

Die Investition ist Teil zweier Programme mit einem Volumen von drei Mrd. Euro. Mit dem Geld sollen Produktionsstätten gebaut und erweitert werden – auch in Melsungen, wo 5600 Mitarbeiter arbeiten

Von Martina Wewetzer

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