Flughafen-Streik: Die Aufgaben der Vorfeld-Mitarbeiter

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Mit roten Leuchtäben dirigiert ein Vorfeldeinweiser ein gelandetes Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt in die richtige Parkposition

Frankfurt/Main - Seit dem Streik am Frankfurter Flughafen kennt auch die breite Masse Vorfeldmitarbeiter. Doch was machen die Männer und Frauen auf dem Boden eigentlich genau?

Der Flughafen Frankfurt ist Deutschlands wichtigstes Luftverkehrsdrehkreuz. Im aktuellen Winterflugplan stehen pro Woche im Passagierverkehr 4535 Linienflüge zu 275 Zielen. Dazu kommen 240 Flüge im Frachtverkehr. Der Flughafen beschäftigt mehr als 70.000 Mitarbeiter. Damit die Starts und Landungen ordnungsgemäß abgewickelt werden können, braucht es dort Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Sie sind für den Flugzeugverkehr am Boden zuständig.

Vorfeldkontrolleure

Die rund 90 Vorfeldkontrolleure oder auch Vorfeldlotsen sitzen mit im Tower und übernehmen die Flieger von den Lotsen der Flugsicherung, sobald Jets die Landebahn verlassen. Beim Start leiten sie die Flieger über das Vorfeld vom Terminal bis zur Bahn. Die Kontrolleure sind keine voll ausgebildeten Fluglotsen, haben aber ein internes, rund 18 Monate dauerndes Training im Job hinter sich. Sie arbeiten mit 1337 Jahresstunden rund 20 Prozent weniger als die Fraport-Belegschaft im Schnitt und verdienen brutto zwischen 53 000 und 69 000 Euro im Jahr. Die GdF (Gewerkschaft der Flugsicherung) hat für sie Gehälter zwischen 79 600 und 86 700 Euro verlangt, mit einem Inflationsausgleich liegt der Schlichter sogar noch ein bisschen höher. Die Fraport hat erklärt, die Forderungen allein für diese Gruppe nahezu umsetzen zu wollen.

Vorfeldaufsicht

Die 91 Beschäftigten der Vorfeldaufsicht sitzen beispielsweise in den „Follow-Me-Wagen“, die die Jets durch das Flughafengewirr leiten. Sie steuern auch die „Pushbacks“ der Jets, also das Zurückschieben von den Terminalpositionen durch riesige Schlepper. Die Aufseher haben einen Vorfeldführerschein und eine halbjährige Ausbildung. Sie verdienen bei durchschnittlich 1463 Jahresstunden derzeit rund 42 000 Euro im Jahr, die GdF verlangt 60 700, der Schlichter empfiehlt 55 900 Euro, und Fraport will die Bezüge „im normalen Rahmen“ erhöhen.

Verkehrszentrale

In der Verkehrszentrale planen 29 Beschäftigte die Vorfeldpositionen und Halteplätze an den Passagier-Gates. Die angelernten Büro-Mitarbeiter sind außerdem dafür verantwortlich, diese Vorgänge in die Informationssysteme des Flughafens einzuspeisen. Bei ebenfalls leicht unterdurchschnittlichen 1463 Jahresstunden verdienen sie derzeit bis zu 47 300 Euro im Jahr. Die GdF fordert auch hier 60 700 Euro Jahresgehalt, der Schlichter hat 55 900 Euro empfohlen. Fraport will auch hier den „normalen Rahmen“ einhalten.

Das sind die Aufgaben der Vorfeld-Mitarbeiter

Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird. Rund 200 Vorfeldbeschäftigte am Frankfurter Flughafen haben ihre Arbeit niedergelegt. Die Fluglotsen haben ebenfalls angekündigt, zu streiken. © dpa/dapd
Eine Bodenlotsin koordiniert vom Tower aus den Flugzeugverkehr am Boden. Rund 90 Vorfeldlotsen arbeiten im Frankfurter Tower. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
Bevor die Fluglotsen dran sind, bekommen die Flugzeuge Orientierung durch Vorfeldeinweiser. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
Vom Tower aus koordinieren die Mitarbeiter die Starts und Landungen. © dpa/dapd
Die Vorfeldbeschäftigten sorgen dafür, dass der Flugzeugverkehr am Boden und in der Luft reibungslos abgewickelt wird.
So genannte Follow-Me-Cars geleiten die Flugzeuge zu den Startbahnen. Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht steuern sie. Rund 90 Personen arbeiten in Frankfurt in diesem Bereich. © dpa/dapd

Die Fluglotsen am Frankfurter wollen ihre Vorfeld-Kollegen im Arbeitskampf unterstützen. Das sind ihre Aufgaben:

Die Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwachen zivile und militärische Flüge im deutschen Luftraum. Nach Angaben der (DFS) koordinieren die Mitarbeiter täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen, im Jahr knapp drei Millionen. Die Lotsen überwachen die Maschinen bei Start und Landung sowie in der Luft. Sie sorgen dafür, dass Flugzeuge auf festgelegten Routen in richtiger Höhe fliegen und Sicherheitsabstände einhalten. Fluglotsen verdienen außergewöhnlich gut, erfahrene Kollegen können schon ohne Zulagen bis zu 130.000 Euro im Jahr verdienen. Für die jährlich rund 160 Ausbildungsplätze an der DFS-Akademie in Langen gibt es ein hartes Auswahlverfahren mit hohen Anforderungen an die Bewerber, die nebem perfektem Englisch und guten naturwissenschaftlichen Kenntnissen auch Stressfestigkeit und die Fähigkeit zum Multi-Tasking mitbringen müssen. Die Ausbildung dauert zwischen 13 und 17 Monaten. Laut GdF besteht auf Jahre ein höherer Bedarf an neuen Lotsen.

dpa

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