Wirtschaftsexperten: Deutschland so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr

+

Berlin - Deutschland kommt mit Riesenschritten aus der Krise. Das sagen die wichtigsten Wirtschaftsinstitute. Erstmals seit 1992 sinkt die Arbeitslosenzahl wohl unter drei Millionen.

Grund ist der Aufschwung. Die deutsche Wirtschaft werde dabei nicht mehr nur vom Export, sondern auch von der überraschend starken Inlandsnachfrage getragen. Die Ökonomen hoben ihre Wachstumsprognose für 2010 deutlich von 1,5 auf 3,5 Prozent an. “Die deutsche Wirtschaft ist auf gutem Weg, den krisenbedingten Produktionseinbruch wettzumachen“, heißt es im Herbstgutachten, das die acht Institute am Donnerstag in Berlin vorstellten.

2011 werde sich das Wachstum aber auf 2,0 Prozent abschwächen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht die Regierung auf Kurs: “Deutschland ist Aufschwungland. Wir bewältigen die Krise besser als viele andere fortgeschrittene Volkswirtschaften.“ Seit fast 20 Jahren gebe es wieder einen Beschäftigungsaufschwung.

Gefahr durch das Ausland

Trotz der guten Zahlen warnen die Experten vor blinder Euphorie. Noch sei das Vorkrisenniveau nicht wieder erreicht. 2009 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) historisch um 4,7 Prozent eingebrochen. Es gebe weiterhin Risiken. Die USA könnten zurück in eine Rezession fallen. In China könnte die Immobilienblase platzen. "Auch ist die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Staaten im Euroraum keineswegs ausgestanden.“ Müssten Euro-Länder wie Irland, Portugal oder Spanien den Euro-Rettungstopf anzapfen, könnte das neue Turbulenzen an den Märkten auslösen und die Konjunktur belasten.

Fotostrecke: Was teurer und was billiger wurde

Was teurer und was billiger wurde

Dem Gutachten zufolge wird der Welthandel 2010 im Vorjahresvergleich um 12 Prozent zulegen. Nächstes Jahr dürfte der Anstieg 6,8 Prozent betragen, was in etwa dem Durchschnitt der vergangenen zwei Jahrzehnte entspricht. Die Bundesregierung fordern die Institute auf, am strikten Sparkurs festzuhalten. “Während der Finanz- und Wirtschaftskrise ist deutlich geworden, dass große und insbesondere globale Schocks nur von finanziell gut aufgestellten Staaten in den Griff zu bekommen sind“, schreiben die Wissenschaftler.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.