Beim Wägetechnik-Hersteller und Laborausrüster Sartorius steigen Umsatz und Ertrag wieder an

Die Auftragsbücher füllen sich

Wachstumsmarkt Biotechnologie: Die Sparte bringt Sartorius zwei Drittel des Umsatzes ein. Das Foto zeigt eine Laborantin, die einen Sartorius-Virusfilter einsetzt. Die Virenfiltration ist ein kritischer Reinigungsschritt bei der Medikamentenherstellung. Foto: nh

Göttingen. Der Wägetechnikhersteller und Laborspezialist Sartorius wittert Morgenluft. In den ersten drei Monaten 2010 füllten sich die Auftragsbücher des Göttinger Konzerns wieder: Insgesamt bestellten die Kunden Produkte für 67,2 Millionen Euro. Das ist, Währungseinflüsse herausgerechnet, ein Plus von 7,6 Prozent, sagte Vorstandschef Joachim Kreuzburg am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Göttingen. Mehr als 100 Anteilseigner waren gekommen, sie vertraten 91,4 Prozent des Stammkapitals.

Gut läuft das Geschäft vor allem beim Wachstumstreiber Biotechnologie: Die margenstarke Sparte brachte dem Konzern Bestellungen für 110 Mio. Euro ein, doppelt so viel wie die Wägetechnik.

Die Mechatronik, die 2009 die Wirtschaftskrise hart zu spüren bekam und mit einem Aufwand von 30 Mio. Euro restrukturiert wird, arbeitet sich aus dem Tief. Die Aufträge fielen mit 56,8 Mio. Euro um 9,2 Prozent höher aus als im ersten Quartal des Vorjahres. Insgesamt verdiente der Konzern bei einem dreiprozentigen Umsatzanstieg auf 150,4 Mio. Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) 16,4 Mio. Euro nach 10,9 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Dividendenzahlung

2009 hatten Sartorius hohe Sonderbelastungen nach Steuern mit 7,3 Mio. Euro in die Verlustzone gedrückt. Trotzdem erhalten die Aktionäre wie im Vorjahr eine Dividende von 40 Cent je Stamm- und 42 Cent je Vorzugsaktie. „Angemessen“ nannte Carsten Heise, der für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sprach, die Ausschüttung. Schließlich hat der Konzern den Cash flow, die flüssigen Mittel, hochgefahren. Außerdem wäre der Gewinn ohne die Sonderbelastungen mit 20,8 Mio. Euro sogar höher ausgefallen als 2008.

Geld verdient Sartorius momentan in erster Linie mit der Biotechnologie-Sparte. Der Markt ist noch längst nicht ausgereizt: Gegenwärtig machen nach Worten Kreuzburgs Biotech-Medikamente erst etwa 17 Prozent des Marktes aus. Schon 2014 werden aber sieben der zehn wichtigsten Pharmazeutika zu dieser Gruppe gehören. Entsprechend rege ist die Bewegung in der Biotechnologie-Branche. „In fünf bis zehn Jahren werde es in ihr „noch zwei bis drei weltweit starke Unternehmen geben“, sagt Kreuzburg voraus. „Zu diesen wollen wir gehören.“

Die Wägetechnik hat hingegen noch viel vor sich. Mittelfristig sollen etwa elf Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn übrig bleiben, 2010 wird die Sparte voraussichtlich fünf Prozent schaffen. Um das Waagengeschäft auf Touren zu bringen, wird Sartorius dieses vor allem auf Pharma- und Lebensmittelhersteller ausrichten. Das alt hergebrachte Abwiegen steht dabei nicht mehr im Zentrum. Stattdesen werden die Überwachung und die Steuerung von Herstellungsprozessen immer wichtiger. Dass die Verbraucher immer mehr verarbeitete Lebensmittel auf dem Tisch haben, kommt dem Konzern dabei entgegen.

Sartorius beschäftigt weltweit 4350 Mitarbeiter, rund 1700 davon in Göttingen.

Von Barbara Will

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