Außergewöhnliche Belastungen

Krankenversicherte aufgepasst: Die Abziehbarkeit der Krankheitskosten bei Verzicht auf Erstattungszahlungen der Krankenversicherung ist gefährdet.

Wie der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) mitteilt, können Krankheitskosten wie beispielsweise die Praxisgebühr, Zuzahlungen zu Medikamenten, eine Brille oder die Zahnarztrechnungen als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd angesetzt werden, wenn der Betroffene dadurch tatsächlich finanziell stark belastet wird.

Rückerstattungsmöglichkeit zuerst prüfen

Für bestimmte Leistungen im Gesundheitsbereich erstatten die Krankenkasse und auch die private Krankenversicherung einen Teil oder sogar den gesamten Rechnungsbetrag. Diese Rückerstattungen mindern dann die steuerlich abzugsfähigen Krankheitskosten.

Viele Krankenkassen bieten Modelle an, nach denen die Versicherten mit Beitragsrückerstattungen rechnen können, wenn sie Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Werden nun, um Beiträge zu sparen, keine Erstattungsanträge gestellt, können nach der Entscheidung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 31. Januar 2012 unter dem Aktenzeichen 2 V 1883/11 diese ungeminderten Krankheitskosten auch nicht in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

„Als Grund dafür gibt das Finanzgericht an, dass es nicht gerechtfertigt ist, die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen, wenn die Möglichkeit auf deren teilweise oder volle Erstattung durch die Krankenkasse besteht“, sagt Jörg Strötzel, VLH-Vorsitzender. „Somit sind von dieser Regelung die gesetzlich krankenversicherten Bürger nicht erfasst, welche zum Beispiel über keine Zusatzversicherung mit Erstattungsmöglichkeiten verfügen.“ In diesen Fällen kann weiterhin der gesamte Eigenanteil steuerlich berücksichtigt werden. Dies wird bei den meisten gesetzlich Krankenversicherten der Fall sein. (nh)

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