Aussteller wollen mehr investieren

Die insgesamt noch gute Investitionsgüterkonjunktur, aber auch der recht stabile private Konsum veranlassen die Aussteller offensichtlich zu einem durchaus optimistischen Blick in die nähere Zukunft“, sagt Hans-Joachim Boekstegers, Vorsitzender des Auma Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Bemerkenswert sei, dass gerade größere Firmen und solche mit vielen Beteiligungen weiterhin stark in Messen investieren wollen.

Messen weiterhin attraktiv

Von den Ausstellern mit über 50 Millionen Euro Umsatz wollen 38 Prozent ihre Messe-Etats erhöhen, von den kleineren Ausstellern nur 27 Prozent. Von den Ausstellern mit über elf Beteiligungen in zwei Jahren wollen immerhin 29 Prozent ihre Etats weiter erhöhen und 55 Prozent konstant halten. Dies seien, so Boekstegers, deutliche Zeichen für die unverminderte Attraktivität von Messen, gerade bei Firmen, die viel Erfahrung mit dem Medium haben.

Wer sein Messe-Budget erhöht, will auch in die Attraktivität und Qualität seines Messestandes investieren: 42 Prozent der Firmen mit wachsendem Etat wollen ihre Stände vergrößern, ebenfalls 42 Prozent mehr in den Standbau investieren und immerhin 21 Prozent planen mehr Ausgaben für das

Standpersonal. Wer an den Messekosten sparen will, spart kaum an der Qualität der einzelnen Beteiligungen. So sind Standbau und Personal relativ wenig von Einschränkungen betroffen. Vielmehr werden Beteiligungen auf den Prüfstand gestellt, wenn Budgets reduziert werden. So wollen rund zwei Drittel der Firmen mit Kürzungsplänen einzelne Beteiligungen streichen.

Der Anteil der Messen am Marketingbudget ausstellender Unternehmen liegt seit Jahren stabil bei rund 40 Prozent. Bemerkenswert ist laut Boekstegers aber, dass er bei größeren Firmen mit über 50 Millionen Euro Umsatz in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Der Anteil liegt für das Jahr 2012 bei 39 Prozent. Vor fünf Jahren waren dies erst 31 Prozent. „Die früher relativ großen Unterschiede zwischen größeren und kleineren Firmen beim Messe-Anteil am Marketingbudget ebnen sich also ein“, erklärt Boekstegers.

Die Planungen für Auslandsmessebeteiligungen deutscher Aussteller sind laut der Umfrage für die nächsten beiden Jahre relativ stabil. Rund drei Viertel der Unternehmen planen gleich viele Beteiligungen wie in den letzten beiden Jahren, zehn Prozent mehr und 16 Prozent weniger Beteiligungen.

Deutliches Messe-Wachstum im Jahr 2011

Auma hat bereits ein vorläufiges Ergebnis des Messejahres 2011 vorgelegt. Auf den 135 überregionalen Messen gab es rund 159 000 Aussteller, das waren drei Prozent mehr als bei den vergleichbaren Vorveranstaltungen. Mit vier Prozent überdurchschnittlich gewachsen ist die Zahl der ausländischen Teilnehmer. Boekstegers sagt dazu: „Viele außereuropäische Firmen, die auf den europäischen Markt wollen, gehen direkt auf die deutschen Messen.“ Andere Messeländer in West- und Südeuropa haben dagegen gerade nach der Wirtschaftskrise 2009 an Attraktivität verloren. Die Beteiligung aus dem Inland hat mit einem Plus von einem Prozent einen bescheidenen Zuwachs gehabt. Laut Boekstegers sind nicht mehr viele zusätzliche Firmen zu mobilisieren.

Für das Jahr 2012 erwartet Auma eine leichte Zunahme der Aussteller- und Besucherzahlen in einer Größenordnung von zwei Prozent. Die Standflächen werden aber vermutlich kaum zulegen. Zwar dürften die Inlandsbeteiligungen leicht zurückgehen, das Ausland ist aber weiter stark am deutschen Markt und damit auch an deutschen Messen interessiert aufgrund der relativ robusten Verfassung der deutschen Wirtschaft. HKK

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