„Qualität zahlt sich eben aus“

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Einzigartige Stimmung: Die Sommernacht im Stiftspark an der Stiftsruine in Bad Hersfeld beeindruckte mit besonderen Lichteffekten.

Nach vielen anfänglichen Querelen und Schwierigkeiten, politischen Unstimmigkeiten und verletzten Eitelkeiten ist nun klar: Die diesjährige Saison der Bad Hersfelder Festspiele hat so viel eingebracht wie noch nie – aus dem Ticketverkauf sind über drei Millionen in die Festspielkasse geflossen. Absolut Champion-würdig.

Dies ist unzweifelhaft das Verdienst des neuen Intendanten Dieter Wedel. Der 72-Jährige ist mit vielen Veränderungen in die Festspielsaison gegangen, die anfangs nicht nur Zustimmung fanden. Mit deutlichen Worten kritisierte der bekannte Regisseur die Gegebenheiten in der Festspielstadt und das zum Teil mehr als angestaubte Image – und machte damit Platz für Veränderungen. Die neue Tribüne und ein großes Staraufgebot kompensierten so erhöhte Ticketpreise.Die Stars aus Film und Fernsehen auf dem roten Premierenteppich versprühten den Charme weltbekannter Festpiele. Dieter Wedel verpflichtete zahlreiche illustre Darsteller: Neben Sonja Kirchberger spielten Matthieu Carrière, Heinz Hönig, Lars Rudolph, Helen Schneider und viele weitere große Rollen. Auch mit der Auswahl seiner Stücke, wie dem Premierenstück „Komödie der Irrungen“ von Shakespeare, bewies der Erfolgsregisseur, dass er sein Fach wirklich versteht und sich dem Erfolg der Bad Hersfelder Festspiele verschrieben hat. Was genau die Zuschauer in der kommenden Saison erwartet, sagt der Intendant noch nicht. Nur so viel: Es soll sich um die Frage drehen: „Was ist deutsch?“ und sich mit Religion auseinandersetzen. In den kommenden Wochen wird Erfolgsregisseur Dieter Wedel den Bad Hersfelder Festspielplan für 2016 und seine Schauspieler präsentieren. Man darf gespannt sein.

Info Dieter Wedel

Dieter Wedel wurde am 12. November 1942 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in Bad Nauheim auf und studierte an der FU Berlin Theaterwissenschaft, Publizistik und Geschichte. 1965 promovierte er zum Dr. phil. über „Expressionismus an Frankfurter Bühnen“. Währenddessen arbeitete er als Theaterkritiker und inszenierte einige Stücke. Bevor er seinen ersten großen Erfolg mit dem Dreiteiler „Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims“ hatte, arbeitete er bei Radio Bremen und beim NDR. Danach folgten viele Erfolge in Film und Fernsehen. Von 2002 bis zum Sommer 2014 leitete Wedel die Nibelungenfestspiele in Worms. Wedel ist nicht verheiratet, er hat sechs Kinder.

Sieger: Eisermann

Für die Darstellung des Zettel beziehungsweise des Nick Bottom in „Sommernachtsträumereien“ bekam André Eisermann in diesem Jahr den Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiele. Er nahm den Preis, einen silbernen Ring, „stellvertretend für das ganze Ensemble entgegen“, sagte er. Weitere Preisträger vor ihm waren Viola von der Burg (2014), Stephan Schad (2013), Michael Schanze (2012) und Stefan Reck (2011).

CAROLIN BLUMENSTEIN

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