Vorerst kein Streik

Bahn-Streik: Schlichtung wird verlängert

+

Berlin - Noch immer ist keine Einigung da. Droht deshalb der nächste Bahn-Streik? Nein! Die Schlichtung zwischen der Deutschen Bahn und der GDL wird verlängert.

Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist auch nach vier Wochen Schlichtung nicht gelöst. Das Verfahren geht noch einmal in die Verlängerung. Die Verhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL, der Bahn und den beiden Schlichtern sollen bis zum kommenden Dienstag (30. Juni) fortgeführt werden. Das teilten die Vertreter der beiden Schlichter, dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) und dem früheren brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), am Freitag mit.

Am 1. Juli wollen sich die Schlichter in Berlin zu dem Ausgang äußern. Es gebe einvernehmliche Ergebnisse. Über diese werde bis zum Ende der Schlichtung aber weiterhin Stillschweigen gewahrt.

Man sei sich einig, dass in den vergangenen Tagen „weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Einigung“ vereinbart worden seien, teilten die Schlichter mit. Das Verfahren sei aber so komplex, dass noch weitere Gespräche erforderlich seien. Mit derselben Begründung war die Schlichtung in der vergangenen Woche schon einmal verlängert worden.

Komplexe Materie erfordert Verlängerung

Ramelow und Platzeck hatten sich in den vergangenen vier Wochen um eine Beilegung des Konflikts bemüht. Das Verfahren war ursprünglich auf drei Wochen angesetzt, wurde dann wegen der komplexen Materie schon einmal um eine Woche verlängert.

Der Tarifkonflikt besteht schon seit einem Jahr. Neunmal haben die Lokführer bundesweit bereits gestreikt. Für die Dauer der Schlichtung sind erneute Streiks allerdings ausgeschlossen, es gilt eine Friedenspflicht.

Als Kernproblem des Tarifstreits gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abschließen zu dürfen, der im Zweifel auch von dem der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abweichen kann. Die Bahn dagegen will widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten möchte sie gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten.

Zu den Gruppen, die von beiden Gewerkschaften umworben werden, gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37 000 Beschäftigte.

Einigung bei EVG bereits erfolgreich

Kurz vor Beginn der Schlichtung hatte die Bahn mit der EVG einen Tarifabschluss für rund 100 000 Beschäftigte erzielt. Sie erhalten eine Einkommenserhöhung um 3,5 Prozent zum 1. Juli, mindestens jedoch 80 Euro mehr. Am 1. Mai 2016 steigen die Löhne laut EVG-Tarifvertrag noch einmal um 1,6 Prozent, mindestens um 40 Euro.

Die GDL fordert derzeit 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.

Bahn-Streik in Deutschland: Die schönsten Bahnhofs-Stillleben

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.