GDL prüft Angebot der Bahn

Bahnstreik „legt das ganze Land lahm“ - droht schon wieder Stillstand?

Im Tarifstreit hat die Deutsche Bahn hat der streikenden GDL ein neues Angebot auf den Tisch gelegt, um den nächsten Streik zu verhindern. Die Lokführergewerkschaft hält sich bedeckt.

Berlin - Neue Streiks oder nicht? Nach drei Ausständen der Lokführergewerkschaft GDL hat die Deutsche Bahn* im Tarifkonflikt* nach eigenen Angaben nachgebessert und einen „weiteren, großen Schritt“ in Richtung Einigung gemacht. Zuvor hatte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky angedroht, ab Montag den nächsten Streik vorzubereiten*, sollte die Bahn kein „verhandlungsfähiges Angebot“ vorlegen. Nun kündigte die Gewerkschaft an, die Offerte zu prüfen und „zu gegebener Zeit“ über weitere Schritte zu informieren.

Das neue Angebot der Bahn enthalte eine zusätzliche „Entgeltkomponente“, wie der Staatskonzern am Samstag (11. September) mitteilte. „Es liegen tragfähige Lösungen auf dem Tisch“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler forderte erneut Verhandlungen. Wie hoch die angebotene Entgeltkomponente ist und wie sie gezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL: Neues Angebot der Bahn

Ob das neue Angebot der Bahn den Forderungen der GDL nahekommt, ist unklar. Die Gewerkschaft fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona*-Prämie von 600 Euro. Das Problem: Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro.

Ein Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Frage, für wen der neue Vertrag gelten soll. Die GDL will nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende schließen. Die Bahn erklärte sich nun bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen zu überprüfen. Ob das der GDL für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch reicht, ist unklar.

Bahnstreik: Hintergrund des monatelangen Tarfistreits mit der GDL

Hintergrund des Streits ist das Tarifeinheitsgesetz. Dieses sieht vor, dass in einem Betrieb mit mehreren Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung angewendet wird. Aus Sicht des Konzerns ist das in einem Großteil der rund 300 Bahn-Unternehmen die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Die GDL zweifelt das an.

Angesichts des monatelangen Konfliktes* gibt es aus der Wirtschaft Rufe nach Reformen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Streik habe mit der Umsetzung von Lohnforderungen nicht mehr viel zu tun gehabt. Das sei offensichtlich. „Die GDL ringt um die Vorreiterstellung in einem großen Unternehmen und legt dafür das ganze Land lahm. Das zeigt für mich, dass hier Bedarf für den Gesetzgeber besteht.“ (dpa/jo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Matthey

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