Rechtzeitig an Plan B denken

Bahnstreik: Das müssen Fahrgäste wissen

Auf die Kunden der Deutschen Bahn kommt der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu. Hier finden Sie Informationen und nützliche Links zum Thema.

Aktuelle Infos für den Raum Kassel: www.kassel-live.de

Von Donnerstag, 2 Uhr, an haben die Lokführer im Personenverkehr bundesweit für drei Tage die Arbeit niederlegt. Betroffen waren Fern- und Regionalzüge sowie die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Im Güterverkehr begann der Ausstand schon am Mittwochnachmittag um 15 Uhr. Am Samstag, 18 Uhr, ging der Streik offiziell zu Ende. Wie schwer und langwierig die Nachwehen des Streiks sein werden, ist noch unklar. Am Sonntag sollen im Fernverkehr zumindest auf den Hauptstrecken 60 Prozent der üblichen Züge rollen. Daher finden Sie hier weiterhin die Tipps, die wir für die Streik-Tage gesammelt haben.

Um Alternativen kümmern

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Wer jetzt schon weiß, dass er in den Sreik-Tagen eine Reise machen muss, sollte sich rechtzeitig um Alternativen, beispielsweise einen Mietwagen kümmern. „Sie gehen damit kein großes Risiko ein“, so Falk Murko von der Stiftung Warentest. Bei einer Buchung über Internetportale wie billiger-mietwagen.de sei in der Regel eine Stornierung 24 Stunden vor Mietbeginn möglich. Wird gestreikt, stehe der Mietwagen dem Kunden zu. „Wenn Sie die Bestätigung bekommen haben, müssen sie das Auto auch bekommen“, sagte Murko. Beim letzten Bahnstreik kam es zum Teil zu Engpässen.

Auf Fernbusse umsteigen

Wer auf den Fernbus umsteigen will, sollte sich die Konditionen der Anbieter anschauen. Solange die Streikzeiten nicht feststehen, bleibt das Planen im Detail schwierig – und die Regelungen für Umbuchungen und Stornierungen sind unterschiedlich. Bei Meinfernbus ist beides bis 15 Minuten vor Abfahrt möglich. Wer nicht fahren möchte, erhält einen zwölf Monate gültigen Gutschein oder den Fahrpreis zurück – mit einem Storno-Abschlag von 15 Euro. Tickets von Flixbus lassen sich bis zu 24 Stunden vor Abfahrt zurückgeben. Die Stornokosten liegen bei 15 Euro. Wer einen Gutschein will, zahlt drei Euro Gebühren.

www.fernbusse.de

Bei dem Bahn-Unternehmen Berlin Linien Bus sind Stornierungen nicht später als drei Werktage vor Reiseantritt möglich – allerdings kostenlos. Bei Deinbus.de sind Stornierung bis zu 24 Stunden vor Abfahrt möglich, das kostet 3 Euro Gebühr. Wer kurzfristiger das Ticket zurückgibt, bekommt das Geld nur zurück, wenn die Fahrt bereits ausgebucht war. ADAC Postbus bietet Umbuchungen (5 Euro) und Stornierungen (10 Euro) bis zu zwölf Stunden vor Fahrbeginn an.

Rechte von Bahnreisenden: Was mache ich, wenn mein Zug ausfällt? 

Zur offiziellen Seite der Deutschen Bahn (mit Ersatzfahrplan, Verbindungsanfrage, Erstattungsformular)

Fahrgäste, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle ihre Reise nicht antreten konnten, können ihre Fahrkarte und ihre Reservierung zurückgeben und den Preis im DB Reisezentrum erstattet bekommen. Auch wenn sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten abzeichnet, kann der Reisende auf die Fahrt verzichten und den Fahrpreis zurückverlangen.

Weitere wichtige Fragen: Ab welcher Verspätung bekommen Bahnfahrer eine Entschädigung?

Regelungen über Vergütungen und Sonderrechte für Bahnkunden im Streikfall.

Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss das verantwortliche Bahnunternehmen ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung des Sprinters erstattet. Maßgeblich ist die Ankunftszeit am Zielort: Ist also ein erster Zug nur fünf Minuten verspätet und kommt ein Bahnkunde durch einen dann verpassten Anschlusszug über eine Stunde später am Zielort an, erhält er eine Entschädigung. Wird im schlimmsten Fall eine Übernachtung nötig, muss die Bahn die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen – auch einen höherwertigen.

Wie kann ich eine Entschädigung beantragen?

Das Beschwerdeformular ist in den Servicezentren der Bahn oder im Internet erhältlich. Das Formular können Reisende in den Fahrkarten-Verkaufsstellen einreichen. Wer keine Bestätigung für die Verspätung hat, nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder etwa eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Service-Center Fahrgastrechte wenden. (AFP/dpa)

Infos der Deutschen Bahn:

- Alle Fahrplaninformationen können telefonisch abgerufen werden unter: 0180 6 99 66 33 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)

- Hier informiert die Bahn über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Zugverkehr: www.bahn.de/aktuell.

 

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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