Blick auf Auslandsmärkte: SMA bald auch in Afrika?

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Läuft besser als erwartet: Die Wechselrichterproduktion bei SMA. Unser Foto zeigt Anja Helm bei der Vorbereitung eines Geräts zur Endkontrolle in der Kommissionierung.

Niestetal/Kassel. Es hätte schlimmer kommen können für SMA: Der befürchtete Zusammenbruch des deutschen Fotovoltaik-Marktes infolge der starken Kürzung der Solarförderung zu Jahresbeginn ist ausgeblieben.

Zwar werden in diesem Jahr voraussichtlich rund fünf Gigawatt (GW) Leistung neu installiert, was vier Großkraftwerken entspricht. An das Solarboomjahr 2010 mit 7,6 GW kann die Branche aber nicht anknüpfen.

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Gleichzeitig entwickelten sich Auslandsmärkte wie Frankreich, Italien, Australien, Nordamerika und Japan besser als erwartet, sodass Umsatzausfälle im Inland zumindest teilweise ausgeglichen werden. In den ersten neun Monaten machten die Niestetaler 53,4 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum lag die Exportquote bei nur 38,7 Prozent.

Fotos: SMA-Halle am Sandershäuser Berg

SMA-Halle am Sandershäuser Berg

Die seit Jahren gerade auch von SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon stark betriebene Internationalisierung des Geschäfts zahlt sich immer mehr aus. Und er will es nicht dabei bewenden lassen. „Wir werden die Internationalisierung weiter vorantreiben und Niederlassungen in Südamerika und Afrika gründen“, kündigte Urbon im Gespräch mit der HNA an.

Auch Indien wird als Markt zunehmend interessanter. Immer mehr Unternehmen und Menschen auf dem Subkontinent entdecken die Solarenergie wegen der Versorgungssicherheit. Denn Stromausfälle sind dort an der Tagesordnung. Wer eine Solaranlage betreibt, hat zumindest am Tag fast durchgängig elektrische Energie.

Region profitiert

Von den Auslandsaktivitäten profitiert auch die Region in besonderer Weise. Zum einen sind Forschung und Entwicklung sowie der weltweite Service in Kassel und Niestetal konzentriert, zum anderen produziert SMA mit Ausnahme Nordamerikas ausschließlich in Nordhessen. Zwar hat Urbon wiederholt erklärt, dass weitere Auslandswerke hinzukommen könnten, wenn die Märkte von hier aus zu schwer zu bedienen wären oder – wie in den USA – ein lokaler Produktionsanteil Voraussetzung für den Markteintritt ist. Aber gesteuert würde das Ganze von Nordhessen aus.

SMA hat derzeit einen Weltmarktanteil von 35 bis 40 Prozent. Die nächstgrößeren Anbieter wie Power One, Fronius, Kaco und Siemens kommen lediglich auf Anteile zwischen fünf und zehn Prozent.

Dennoch ist SMA nicht frei von Sorgen. Dass die Erträge in den ersten drei Quartalen deutlich stärker sanken als der Umsatz, ist nicht nur einer Verschiebung der aktuellen Nachfrage hin zu renditeschwächeren Produktgruppen geschuldet. Gleichzeitig nimmt der Preisdruck auf dem mittlerweile von Überkapazitäten geprägten Wechselrichtermarkt zu. „Ich denke, dass in nächster Zeit viele kleine Anbieter aufgeben,“ sagte Urbon.

Von José Pinto

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