Bauernverband: EHEC bedroht Existenz der Gemüsebauern

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Gurken im Angebot: Wegen der EHEC-Welle liegt der Markt für rohe Gurken, Tomaten und Blattsalate am Boden.

Berlin - Mitten in der Erntezeit müssen die deutschen Bauern täglich Gemüse im Wert von zwei bis drei Milionen Euro wegwerfen. Wegen der EHEC-Welle liegt der Markt am Boden.

Die grassierende Darminfektion EHEC bedroht die wirtschaftliche Existenz der Gemüsebauern. “Da liegen die Nerven blank“, sagte Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband (DBV) der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag.

Die Bauern seien mitten in der Haupterntezeit und müssten täglich Gemüse im Wert von zwei bis drei Millionen Euro wegwerfen. Solange der Infektionsherd, der als Auslöser der EHEC-Epidemie gilt, nicht gefunden sei, sei keine Besserung in Sicht.

Nach den Warnungen des Verbraucherschutzministeriums und des Robert-Koch-Instituts vor rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten liegt der Markt für diese Gemüsesorten am Boden. “Wir sind mitten in der Katastrophe“, sagte Stallknecht. Das Gemüse könne nur frisch verzehrt und deshalb nicht gelagert werden. “So etwas hat es in der Form noch nie gegeben“, sagte der DBV-Referent. Deshalb seien die Schäden auch nicht versicherbar gewesen. Anders als bei Tierseuchen hätten sich die Bauern gar nicht vor den Einnahmeausfällen schützen können.

Da Gemüse seit Donnerstag schwer verkäuflich ist, beträgt der Schaden für die Bauern bisher zwischen 12 und 18 Millionen Euro. Es sei noch zu früh, um über mögliche Hilfen für die betroffenen Bauern zu sprechen. Erst müsse die EHEC-Krise beendet sein, dann werde der DBV Bilanz ziehen. Bisher hätten zwar alle Tests der Hersteller ein negatives Ergebnis gezeigt, zur Beruhigung der Verbraucher könne dies aber nicht führen, solange niemand wisse, woher die Seuche ursprünglich kam.

dapd

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