Formel-!-Boss soll Provision zurückzahlen

BayernLB hofft auf Schadenersatz von Ecclestone

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Bernie Ecclestone droht wegen der Vorwürfe eine Anklage wegen Bestechung.

München - Die BayernLB hofft auf Schadenersatz in Millionenhöhe von Ecclestone. Beim Verkauf ihrer Formel 1-Anteile hatte sie dem Formel 1-Chef eine hohe Provision gezahlt. Das Geld will die Bank zurück.

Die BayernLB prüft nach dem Urteil gegen ihren früheren Vorstand Gerhard Gribkowsky auch Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe von Formel 1-Chef Bernie Ecclestone. „Wir haben entsprechende Akteneinsicht beantragt“, sagte ein Sprecher der Bank am Montag in München und bestätigte damit Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Die Staatsanwaltschaft hat die Dokumente aber noch nicht herausgegeben, weil Ecclestone über seinen Anwalt Einspruch eingelegt hat. Möglicherweise werde das Gericht entscheiden müssen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Gribkowsky war im Juni vor dem Landgericht München zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Manager hatte zugegeben, Ecclestone beim Formel 1-Verkauf eine Provision in Höhe von 66 Millionen Dollar zugeschanzt zu haben, von der 44 Millionen Dollar heimlich wieder an ihn zurückgeflossen sind.

Die Provision an Ecclestone wäre nach Ansicht der Richter ohne die Vereinbarung zwischen Gribkowsky und Ecclestone nicht geflossen und hat der BayernLB geschadet. Selbst Gribkowsky hatte vor Gericht eingeräumt, dass die Provision nicht nötig gewesen wäre, da Ecclestone die Banken ohnehin aus der Formel 1 los werden wollte. „Ich hätte diese Provision schlicht ablehnen müssen.“

Ecclestone droht wegen der Vorwürfe eine Anklage wegen Bestechung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2011 gegen den mächtigen Formel 1-Chef. Wann eine Entscheidung getroffen wird, steht noch nicht fest. „Das läuft noch“, sagte Steinkraus-Koch am Montag. Die Ermittlungen gegen Ecclestone seien getrennt von denen gegen Gribkowsky zu betrachten. „Man muss individuell eine Schuld nachweisen.“

Von Gribkowsky will sich die BayernLB Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe holen - und hat bereits begonnen, das Geld einzusammeln. Nach der Verhaftung des einstigen Top-Managers hatte die Bank durch einen Arrestantrag das gesamte Vermögen Gribkowsky einfrieren lassen und sich damit den Zugriff auf rund 32 Millionen Euro sichern lassen. Dazu gehören Konten von Gribkowsky bei mehreren Kreditinstituten, ein Aktiendepot, ein Grundstück im Raum München, eine Wohnung in Bremen, ein großer Wohnblock in Berlin mit mehreren hundert Mietern, Autos, wertvolle Uhren und eine Weinsammlung, die seit der Verhaftung Gribkowskys im Keller der BayernLB gelagert ist. Ein Teil des Vermögens liegt allerdings in einer Kinderkrebs-Stiftung in Österreich und ist damit schwer zu greifen. Die BayernLB hatte deshalb eine Anwaltskanzlei dort eingeschaltet.

dpa

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