B. Braun zieht Klage zurück

Verkauf von Rhön-Kliniken: B.Braun und Fresenius einigen sich

Melsungen. Die Medizintechnikkonzerne B. Braun Melsungen AG und der Klinikbetreiber Asklepios haben ihren Streit mit dem Fresenius-Konzern um den Verkauf von Rhön-Kliniken begraben.

B. Braun wird den Verkauf der 43 Krankenhäuser und 15 medizinischen Versorgungszentren der Rhön Klinikum AG (Bad Neustadt) an Fresenius (Bad Homburg) nicht blockieren und zieht seine entsprechende Klage vor Gericht zurück. Dafür schließt die Fresenius-Krankenhaustochter Helios einen langfristigen Rahmenliefervertrag mit dem nordhessischen Konzern. Das sieht der Vergleich vor, den die drei Unternehmen am Freitag bekanntgaben. Über die Details des Vertrags schwiegen sie sich aus.

Asklepios wird neben Fresenius Helios und und der Rhön-Klinikum AG Gründungsmitglied und gleichberechtigter Partner eines geplanten Medizin-Netzwerks und bekommt dafür fünf Millionen Euro von Fresenius Helios. Die Netzwerkvereinbarung muss noch vom Bundeskartellamt gebilligt werden. B. Braun ist mit 15,08 Prozent an der Rhön Klinikum AG beteiligt, der Krankenhausbetreiber Asklepios zu etwa fünf Prozent. Die Rhön-Aktie stieg am Freitag um 5,2 Prozent auf 21,38 Euro.

Dem Vergleich war ein erbittertes juristisches Gezerre vorangegangen: Zunächst hatten B.Braun und Asklepios Fresenius bei der Übernahme der Rhön-Klinikum AG ausgebremst, indem sie sich dort Aktienpakete sicherten. Daraufhin vereinbarte Rhön mit Fresenius den Verkauf der meisten Krankenhäuser ohne seine Aktionäre darüber abstimmen zu lassen, wogegen B. Braun klagte.

Die rund drei Milliarden Euro teure Übernahme würde den größten privaten Krankenhauskonzern in Deutschland mit 117 Häusern 5,5 Milliarden Euro Umsatz schaffen. Der Bettengigant lässt nicht nur das Bundeskartellamt wegen einer möglichen Monopolstellung hellhörig werden, sondern dürfte auch B. Braun und Asklepios Magengrummeln bereitet haben. Denn der Klinikriese könnte noch mehr Druck in einen Markt bringen, auf dem fast jedem vierten Krankenhaus die Insolvenz droht. Außerdem musste B. Braun befürchten, die Rhön-Kliniken teilweise als Kunden zu verlieren, wenn diese ihren Bedarf künftig beim neuen Mutterkonzern Fresenius einkaufen würden. Nun sicherte Fresenius zu, die Tochter Kabi, die Arzneien, Infusionen und Medizinprodukte herstellt, nicht als Lieferanten zu bevorzugen.

Der Vergleich unterstreiche „unser Interesse, die Wettbewerbsvielfalt im Klinikmarkt zu erhalten“, erklärten die Vorstandsvorsitzenden von Fresenius und Asklepios sowie B. Braun-Aufsichtsratschef Ludwig Georg Braun. Beste Freunde auf ganzer Linie sind die ehemaligen Streithähne trotzdem noch nicht: Auf der Hauptversammlung im Sommer hatte die Rhön-Klinikum AG B. Braun von der Abstimmung ausgeschlossen. Die Melsunger zogen dagegen vor Gericht. Der Streit ist noch nicht entschieden.

Rubriklistenbild: © dpa

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