Medizintechnik-Hersteller baut ab 2011 Kapazitäten aus – neues Werk in Melsungen

B.Braun investiert 1,6 Mrd.

Ausbau: Der Medizintechnik-Hersteller B. Braun Melsungen erweitert auch die Produktion am Stammsitz um eine weitere Fabrik für Lösungen für die Infusionstherapie. Das Archivfoto zeigt das Infusionslösungswerk Life I. Ewgeni Malitsch, Petra Klein, Christina Knies arbeiten in der Verpackung. Foto: Herzog

Melsungen. Der Medizintechnik-Hersteller B.Braun Melsungen AG legt ein zweites Investitionsprogramm auf. Ab 2011 sollen weltweit 1,6 Milliarden Euro in neue Bauvorhaben und die Erweiterung bestehener Werke fließen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Voraussichtlich 2014 soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Dabei verlässt sich B.Braun auf die eigene Finanzkraft: Die Investitionen sollen aus eigenen Mitteln (Cash flow), gestemmt werden. „Wie schnell wir sie umsetzen können, hängt vom Erfolg des Unternehmens in den nächsten Jahren ab,“ erklärte der Vorstandsvorsitzende Ludwig Georg Braun. Zur Laufzeit des Programms könne deshalb noch keine abschließende Aussage getroffen werden.

Der weltweit tätige Medizintechnik-Hersteller schließt damit unmittelbar an seinen ersten Milliardenplan an. 2008 begann die Umsetzung eines 1,4 Mrd. Euro schweren Programms, das 2011 abgeschlossen sein soll. Die Hälfte des Geldes floss nach Deutschland, ein großer Teil davon an den Stammsitz Melsungen. Dort wurden unter anderem für 190 Mio. Euro ein Zentrallabor und das Werk Life Nutrition gebaut, das Nährlösungen für Kranke herstellt, die Nahrung nicht auf natürlichem Wege aufnehmen können.

Der neue Plan sieht, ebenfalls in Melsungen, die Fabrik Life III vor, die Lösungen für die Infusionstherapie herstellen soll. Außerdem sollen im Stammwerk Pfieffewiesen ein neues Betriebsrats- und Werksmedizingebäude entstehen. Auch das Parkhaus wird ausgebaut. Des weiteren sind Investitionen außerhalb Deutschlands geplant. So sollen die Produktionsstätte in Malaysia erneuert werden, eine neue Fabrik für Infusionslösungen in Indonesien entstehen sowie die Standorte Brasilien und Argentinien erweitert werden.

Wie viele neue Arbeitsplätze durch die Vorhaben entstehen, ist nach Angaben des Unternehmens noch offen.

B.Braun begleitet seit Jahren hohe Investitionen mit Standortsicherungsverträgen. Sie sehen im wesentlichen vor, dass die Beschäftigten zusätzliche Arbeitsstunden leisten und dafür vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Auch Erfolgsbeteiligungen sind vorgesehen.

Standortvertrag

Einen derartigen Vertrag gibt es auch in Melsungen. Im Oktober dieses Jahres wurde er bis Ende 2014 verlängert. In diesen fünf Jahren werden die Beschäftigten 546 zusätzliche Arbeitsstunden leisten, die mit einer jährlichen Ausschüttung vergütet werden. Sie richtet sich nach dem Unternehmenserfolg.

Vorstandschef Ludwig Georg Braun steht noch bis 2011 an der Spitze des Unternehmens, das der Familie gehört. Der Aufsichtsrat hatte den Vertrag des 66-Jährigen, der Ende März 2009 ausgelaufen wäre, um zwei Jahre verlängert. In diesem Jahr erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg um etwa sieben Prozent. Die Beschäftigung werde 2010 gehalten werden, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Von Barbara Will

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