Ein Dream-Team träumt von Olympia

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Erfolgreiches Duo: Antonia Schubert (links) und Celine Ahl mischen Beachvolleyball-Turniere auf und verweisen die Konkurrenz auf die hinteren Plätze.

Wer glaubt, dass erfolgreiche Volleyballerinnen immer knapp zwei Meter groß sein müssten, irrt. Celine Ahl und Antonia Schubert sind mehrfache Hessenmeisterinnen und doch sagen sie von sich selbst: „Wir sind Zwerge!“

Während Celine Ahl es auf stolze 1,76 Meter bringt, ist ihre beste Freundin und Beachvolleyball-Partnerin Antonia Schubert gerade mal 1,72 Meter groß. Damit sind die beiden jungen Frauen aus Hofgeismar deutlich kleiner als ihre Konkurrenz – aber trotzdem deutlich erfolgreicher. Gemeinsam erkämpften sie 2015 und 2016 den ersten Platz der Hessischen Meisterschaften in den Altersstufen U 17 und U 18. Antonia Schubert war mit einer anderen Partnerin auch schon in den beiden Vorjahren ganz oben auf dem Treppchen.

2015 nahm das Duo Ahl/Schubert zudem an den Deutschen Meisterschaften teil und errang dort den 9. Platz.

„Wir sind sogar besser als die Spieler aus der Volleyball-Hochburg Wiesbaden“, sagen die beiden stolz, „und das ganz ohne finanzielle Förderung oder Unterstützung eines Kaders.“

Erfolg hart erarbeitet

Dieser Erfolg ist allerdings hart erarbeitet. In der Zeit von April bis August trainieren die beiden zweimal in der Woche unter der Anleitung von Dr. Claus Schubert. Selbst erfolgreicher Volleyballer, weiß er, worauf

es beim Training der Frauen ankommt. Er war es auch, der seine Tochter vor sechs Jahren zu diesem Sport gebracht hat. War es anfangs noch das „normale“ Volleyball in der Halle, das Antonia Schubert spielte, wechselte sie im letzten Jahr vollständig zum Beachvolleyball.

„Die Grundtechniken sind zwar gleich, aber es ist doch viel anspruchsvoller“, erklärt die 16-Jährige. „Das Feld hat eine Fläche von acht mal acht Metern und wird nur von zwei Spielerinnen bespielt. Diese müssen alle Techniken, wie zuspielen, angreifen und annehmen, perfekt beherrschen, da man sich auf dem Feld einfach nicht verstecken und die Aufgabe anderen überlassen kann. Zudem muss man seiner Partnerin blind vertrauen können.“ „Auswechseln ist nicht drin, wenn man sich mal nicht so toll fühlt“, ergänzt ihre Partnerin, „wir müssen unsere Leistung bei den Wettkämpfen auf den Punkt bringen.“ Während der Saison nehmen beide an jedem Wochenende an Turnieren teil. Das fordert auch viel Unterstützung durch die Familie, zumal beide noch keinen Führerschein haben.

Urlaub im Beachvolleyball-Camp 

„Wir machen das Beste daraus“, lacht Dr. Claus Schubert und erklärt, dass die Familien inzwischen auch gemeinsam dorthin in den Urlaub fahren, wo sie gute Trainingsmöglichkeiten vorfinden. So stand zum Beispiel in den Osterferien ein Beachvolleyball-Camp in der Türkei an.

Da Hofgeismar aber nun mal keinen Strand zu bieten hat, weicht das Team auf die dortige Beach-Arena aus oder nutzt im Winter auch die Beach-Halle in Beverungen. „Es ist ein ganz anderes Spielen mit Sand unter den Füßen“, erklären die erfolgreichen Schülerinnen, „das Timing auf Kunststoff in der Halle und auf Sand ist ganz unterschiedlich.“

Es überrascht nicht, dass Celine Ahl und Antonia Schubert im Sportleistungskurs in der Schule mit 14 und 15 Punkten aufwarten können. Doch die beiden können auch in den anderen Fächern hervorragende Noten präsentieren. Während Celine Ahl im letzten Zeugnis einen Notendurchschnitt von 1,5 vorweisen konnte, sind es bei Antonia Schubert sogar 1,05.

„Selbstdisziplin ist sehr wichtig“, betonen beide, „sowohl für die schulischen wie auch die sportlichen Aufgaben. Uns wird nichts geschenkt, der Erfolg ist hart erarbeitet.“

Manchmal haben die beiden den Eindruck, andere würden die harte Arbeit nicht sehen, die hinter dem Sieg steckt. „Ach, das war ja klar, wie auch sonst“, bekommen sie gelegentlich als Reaktion auf ihre sportlichen Höchstleistungen anstelle von Anerkennung und Respekt zu hören. „Das schmerzt schon manchmal“, geben sie zu, lassen sich davon aber nicht schrecken. Auf das sportliche Ziel in den nächsten Jahren angesprochen, grinsen beide breit. „Olympia in Rio war zu früh – aber 2024 könnten wir dabei sein!“ GITTA HOFFMANN 

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