Pionierin deutscher Erotik

Beate Uhse - eine Sex-Unternehmerin im Porträt

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Sie war eine Pionierin deutscher Erotik: Die Unternehmerin Beate Uhse im Jahr 2000.

Fünf Pfund Butter begründeten 1949 den Erfolg der Flensburger Sex-Unternehmerin Beate Uhse. Die hatte sie auf dem Schwarzmarkt zu Geld gemacht, um im Eigenverlag eine dreiseitige Erläuterung zur Geburtenkontrolle herauszugeben.

Das Aufklärungs-Heftchen der alleinerziehenden Mutter, die nach dem Tod ihres ersten Mannes Hans-Jürgen Uhse mit einem Wandergewerbeschein durch Schleswig-Holstein tingelte, fand reißenden Absatz. Obwohl Uhses Geschäftsmodell ihr in den ersten Jahren beinahe 2000 Anzeigen wegen "Vorschub zur Unzucht" eintrug, blieb die 1919 geborene Tochter einer Landärztin und eines ostpreußischen Gutsbesitzers ihrer Linie treu.

Noch bevor die frühere Testpilotin der Flugzeugwerke Bücker 1951 ihr "Versandhaus Beate Uhse" gründete, bot sie Kondome feil - ein absolutes Novum in Deutschland. 1962 eröffnete Uhse in Flensburg ihr "Fachgeschäft für Ehehygiene", den ersten Sexshop der Welt. Bis Mitte der 60er- Jahre hatte die Firma fünf Millionen Kunden. Heute ist das Unternehmen börsennotiert und in zwölf Ländern Europas vertreten.

Das Privatleben Beate Uhses war von Schicksalsschlägen bestimmt. Ihren zweiten Ehemann Ernst-Walter Rotermund verlor sie im Jahr 1972. Ein eigenes Magenkrebsleiden überstand Uhse Anfang der 80er-Jahre - nicht so ihr Sohn Klaus, der 1984 starb. Bis zu ihrem Tod 2001 blieb die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes eine begeisterte Kunstfliegerin, machte mit 75 den Tauchschein, spielte Golf und belegte einen Selbstverteidigungskurs für Frauen.

Von Emily Spanel

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