Erstes Elektro-Auto aus deutscher Serienproduktion kommt aus Grebenstein

„Benni“ geht an den Start

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Er fährt: Andreas Gräwingholt präsentiert stolz das Elektro-Auto der Fräger-Gruppe. In diesem Jahr sollen noch bis zu 150 Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb in Grebenstein gebaut werden.

Grebenstein/Immenhausen. Das erste reine Elektro-Auto mit modernen, leistungsstarken Lithium-Ionen-Akkus aus deutscher Serienproduktion kommt definitiv aus Grebenstein (Kreis Kassel).

Ende April beginnt dort die Herstellung des „Benni“. Das teilt der Geschäftsführer des Herstellers German E Cars GmbH, Andreas Gräwingholt, mit. Das Unternehmen gehört zur Fräger-Gruppe im benachbarten Immenhausen (siehe Hintergrund).

Hintergrund:

Der 80 PS starke „Benni“ bringt es auf ein Tempo von 120 Stundenkilometern und kann mit einer Batterieladung je nach Fahrweise bis zu 120 Kilometer weit fahren. Er kann an jeder Steckdose geladen werden. Der Ladevorgang dauert bis zu acht Stunden. Auf 100 Kilometer verbraucht das Auto Strom im Wert von zwei bis 2,40 Euro. Allerdings ist die Anschaffung nicht ganz billig. Der „Benni“ kostet einschließlich Mehrwertsteuer knapp 38 000 Euro. (jop)

In Grebenstein wird derzeit die Fabrik eingerichtet. Dort sollen zunächst 40 Beschäftigte den modernen Antrieb in den alltagstauglichen, viersitzigen und -türigen Kleinwagen mit gefälligem Design einbauen, den ein chinesischer Autohersteller liefert. „Wir liegen exakt im Zeitplan“, sagt Gräwingholt. Die ersten Kunden würden noch im April ihre Fahrzeuge erhalten.

Zu den Käufern zählen vor allem Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten, aber auch Privatleute. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass in diesem Jahr noch 100 bis 150 Elektro-Autos aus der Halle rollen. Als Fernziel hatte der Chef der Fräger-Gruppe, Dirk Fräger, einst eine Jahresproduktion von bis zu 1000 Fahrzeugen genannt.

Wie berichtet, hatte er im Sommer 2009 die gesamte Branche mit der Ankündigung überrascht, eine Elektro-Auto-Kleinserie aufzulegen. In nur wenigen Monaten war einem kleinen Team um dessen Bruder Martin gelungen, woran große Autobauer zum Teil seit vielen Jahren arbeiten: ein moderner Antrieb, mit dem Elektro-Autos aus dem Labor hinaus ins richtige Leben fahren können. Den gesamten Antrieb - vom Motor übers Ladegerät und den Wechselrichter bis hin zum komplexen Batterie-Management - stellt German E Cars selbst her.

Sogar die Akku-Pakete bauen die Grebensteiner aus zugekauften Einzelzellen selbst. Neben Elektro-Autos will das Unternehmen künftig auch Komponenten und komplette Antriebe verkaufen - etwa an Hersteller von Motorbooten, Motorrädern und Leichtflugzeugen. „Der Antrieb ist unsere Kernkompetenz“, betont Gräwingholt.

Bei dem „Benni“ allein soll es aber nicht bleiben. Zeitgleich mit dessen Produktionsstart soll auch ein etwas größeres Fahrzeug eines japanischen Autobauers aus europäischer Fertigung angeboten werden. Den Namen des Partners will German E Cars noch nicht nennen. Über dessen Vertriebsnetz soll der größere Bruder des „Benni“ künftig vermarktet werden.

Außerdem wollen die Grebensteiner im Laufe des Jahres mit der Produktion eines Elektro-Transporters starten. Derzeit sucht German E Cars Partner für einen Flottenversuch in der Region. „Uns schwebt eine Modellregion in Sachen Elektromobilität vor“, wirbt Gräwingholt für das Projekt.

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