Regeln für den „Tanktourismus“

Spritpreis-Hoch: Billiger im EU-Ausland tanken? So viel Benzin dürfen Sie im Kanister mitbringen

Den Tank im Nachbarland randvoll tanken und auch noch den Reservekanister füllen? Erlaubt ist das - aber unter Bedingungen.

München - Die Spritpreise steigen. Die Verlockung, in Nachbarländern zu tanken ebenso. In vielen von ihnen ist der Kraftstoff noch günstiger. Beim Einkauf dort neben dem Tank noch einen Reservekanister zu füllen, ist grundsätzlich erlaubt. Aber es gibt Vorschriften für den „Tanktourismus“.

Nachzulesen zum Beispiel auf der Webseite des deutschen Zolls. Als Privatperson darf man Kraftstoff für den Eigenbedarf aus einem anderen EU-Land nach Deutschland mitbringen. Wichtig aber: Der Sprit muss in dem Mitgliedsstaat versteuert worden sein, daher auf jeden Fall die Tankstellenquittung aufheben (nur dort darf er übrigens erworben werden). Wer erwischt wird, muss die Energiesteuer nachzahlen.

„Tanktourismus“ mit Kanistern innerhalb der EU erlaubt – aber es gelten Höchstmengen

Nun zur interessantesten Frage: Wie viel Sprit darf man im Kanister aus dem EU-Ausland mitnehmen? Bis zu 20 Liter in Reservebehältern werden „nicht beanstandet“, informiert der Zoll. Das ist schon einmal die Obergrenze. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich aber, nie mehr als 10 Liter mitzunehmen, warnt der ADAC. Die Experten vom deutschen Automobilclub haben bereits 2019 die Höchstmengen aufgelistet.

Am ehesten „lohnt“ sich dann wohl eine Fahrt nach Polen. Hier beträgt die Höchstmenge 20 Liter. Die Schweiz mit 25 Litern fällt wegen der Zollvorgabe wohl raus. 10 Liter sind es laut ADAC bei den Nachbarländern Belgien, Frankreich, Niederlande, Österreich und Tschechien. Luxemburg erlaubt den Sprit-Transport nicht.

Spritpreis-Hoch in Deutschland: ADAC-Experte sieht noch Spielraum

Diesel ist nach seinem Allzeithoch in Deutschland noch einmal teurer geworden, wie der ADAC mitteilte. Am 19. Oktober wurden im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,560 Euro pro Liter fällig. Die Spritpreise werden insbesondere vom Ölpreis nach oben getrieben. Bei Diesel kommt ein saisonaler Effekt hinzu. Die starke Nachfrage nach Heizöl im Herbst lässt den Preis zusätzlich steigen.

ADAC-Kraftstoffmarktexperte Jürgen Albrecht sieht allerdings Spielraum bei der Mineralölwirtschaft für Preissenkungen. Das aktuelle Niveau an den Zapfsäulen lasse sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht alleine durch den gestiegenen Ölpreis und die seit Anfang neue CO2-Abgabe erklären, sagte er. „Wenn die Verbraucher ihre Marktmacht noch bewusster einsetzen, könnten sie hier durchaus etwas erreichen“, sagte er der dpa. (frs mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © NomadSoul/Imago

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