„Staatsbauten ärgern den Steuerzahler oft“

BER-Eröffnung: Architekt Gerkan „wagt keine Prognose“

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Vor dem Terminal des Hauptstadtflughafen BER wächst bereits Gras aus den Betonfugen

Berlin - Zuletzt wurde die Eröffnung des Berliner Pannen-Flughafens BER auf Ende 2017 terminiert. Architekt Meinhard von Gerkan ist wenig optimistisch. Er „wagt keine Prognose“ mehr.

Seit 2006 wird im Südosten Berlins am neuen Hauptstadt-Flughafen BER gebaut; im Sommer 2012 sollte das Großprojekt seine Pforten öffnen. Doch grünes Licht für den Flugverkehr scheint noch immer in weiter Ferne: BER-Architekt Meinhard von Gerkan will mittlerweile nicht einmal mehr über mögliche Termine spekulieren.

"Ich wage keine Prognose", sagte der 81-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview über die Aussichten für die Eröffnung. Zugleich klagte Gerkan, es sei ein Fehler gewesen, den Auftrag für die Entrauchungsanlagen des Gebäudes an Bosch und Siemens zu vergeben: "Die behinderten sich gegenseitig.“

„Unprofessionelle Vorbereitung“ bei Staatsbauten?

Generell seien Großprojekte der öffentlichen Hand meist problematisch, sagte Gerkan. "Staatsbauten ärgern den Steuerzahler oft." Häufig werde bei Kostenplänen geschönt und unzureichend geplant - so etwa auch bei der unlängst nach langen Verzögerungen fertiggestellten Hamburger Elbphilharmonie: „Bei der Elbphilharmonie wurde der Auftrag an Hochtief aufgrund einer Freihandskizze vergeben. Da wissen Sie noch gar nichts!"

Der Flughafen BER soll nach aktuellen Plänen Ende 2017 eröffnet werden. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD), erklärte aber nach einer Besichtigung im Oktober, er halte die Eröffnung des Flughafens erst 2018 für möglich. Derzeit seien 73 Prozent des Flughafens fertiggestellt, der Probetrieb stehe aber noch aus.

fn/AFP

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