Bericht: Milliardenklage gegen Hypo Real Estate

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Am 29. September 2008 hatten der Bund und mehrere Banken die HRE mit Bürgschaften in Höhe von 35 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt.

München - Die verstaatlichte Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) wird für die künftige Bundesregierung zu einem immer größeren Risiko. Laut eines Medienberichts fordern Aktionäre einen Schadensersatz in Milliarden-Höhe.

Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstag) fordern Aktionäre jetzt in der Summe eine Milliarde Euro Schadenersatz, weil sie getäuscht worden seien. Es gebe neue, schwere Vorwürfe gegen den alten Vorstand um den früheren Bankchef Georg Funke. Die HRE weist die Vorwürfe zurück. Die Gesellschaft habe sich stets korrekt verhalten und gehe deshalb davon aus, dass die Klagen ohne Erfolg blieben, sagte ein Sprecher der Zeitung. Der Staat hat die Immobilienbank, die durch die Finanzkrise und die Übernahme der Depfa vor dem Zusammenbruch stand, mit Milliardensummen und Bürgschaften gerettet und zuletzt verstaatlicht.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen
Andreas Kley. Posten: Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte. Abgang: 2004. Abfindung: 1,7 Millionen Euro. © AP
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Thorsten Grenz. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mobilcom. Abgang: 2005. Abfindung: 2,45 Millionen Euro. © dpa
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Kai-Uwe Ricke. Posten: Chef der Telekom. Abgang: 2006. Abfindung: 2,5 Millionen Euro © AP
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Jürgen Sengera. Posten: West LB -Chef. Abgang: 2003. Abfindung: 3,25 Millionen Euro. © dpa
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Ulrich Schumacher. Posten: Chef des Chipherstellers Infineon. Abgang: 2004: Abfindung: 5,25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Lederer. Posten: Chef von Babcock-Borsig (Maschinenbau- und Energietechnikkonzern). Abgang: 2002. Abfindung: 6 Millionen Euro. (Zahlte die Babcock-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft) © dpa
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Klaus Kleinfeld. Posten: Siemens-Chef. Abgang: 2007. Abfindung: 6,1 Millionen Euro. © dpa
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Udo Stark. Posten: Chef des Immobilienkonzerns Agiv. Abgang: 2000. Abfindung: 6,4 Millionen Euro. © dpa
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Hubertus Erlen. Posten: Chef des Pharmakonzerns Schering. Abgang: 2006. Abfindung: 6,6 Millionen Euro. © dpa
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Thomas Holtrop: Posten: T-Online-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 7 Millionen Euro. © AP
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Bernd Pischetsrieder. Posten: BMW -Chef. Abgang: 1999. Abfindung: 7,5 Millionen Euro. © dpa
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Utz Claassen. Posten: Chef des Energie-Riesen EnBW. Abgang: 2007. Abfindung: 8 Millionen Euro. © dpa
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Werner Seifert. Posten: Vorstandschef der Deutschen Börse. Abgang: 2005. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Wolfgang Urban. Posten: Karstadt-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Ron Sommer . Posten: Telekom-Chef (brachte die Telekom-Aktie an die Börse). Abgang: 2002. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. © dpa
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Harry Roels. Posten: Chef des Energiekonzerns RWE. Abgang: 2007. Abfindung: 12 Millionen Euro. © dpa
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Holger Härter . Posten: Porsche-Finanzchef. Abgang: 2009. Abfindung: 12,5 Millionen Euro. © dpa
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Kajo Neukirchen. Posten: Chef des Anlagenbauers MG Technologies. Abgang: 2003. Abfindung: 13,2 Millionen Euro. © AP
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Mark Wössner. Posten: Bertelsmann-Chef. Abgang: 2000. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Dieter Ammer. Posten: Chef bei der Brauerei Beck und Co. Abgang: 2003. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Clemens Börsig. Posten: Finanzchef der Deutschen Bank. Abgang: 2006. Abfindung: 17 Millionen Euro. © dpa
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Hans-Joachim Körber. Posten: Chef der Metro AG. Abgang: 2007. Abfindung: 19,3 Millionen Euro. (Körber bekam keine Abfindung im eigentlichen Sinn. Das G eld erhielt er aus der Fortzahlung seiner Vergütung und über Rentenansprüche). © dpa
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Klaus Zumwinkel. Posten: Chef der Postbank. Abgang: 2009. Abfindung: 20 Millionen Euro © dpa
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Thomas Middelhoff. Posten: Chef bei Bertelsmann. Abgang: 2002. Abfindung: 25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Esser. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mannesmann (wurde von Vodafone übernommen). Abgang: 2000. Abfindung: 30 Millionen Euro. © dpa
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Wendelin Wiedeking. Posten: Chef von Porsche . Abgang: 2009. Abfindung: 50 Millionen Euro, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. © dpa
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Robert „Bob“ Eaton. Posten: Chef von Chrysler . Abgang: 2000. Abfindung: 60 Millionen Euro. © AP
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Frank Newman. Posten: Chef der US-Bank Bankers Trust (wurde von der Deutschen Bank übernommen). Abgang: 1999. Abfindung: 85 Millionen Euro. © AP
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Bruce Karatz. Posten: Chef des Baukonzerns KB Home. Abgang: 2006. Abfindung: 175 Millionen Dollar. © AP
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Richard Grasso: Posten: Chef der New Yorker Börse „New York Stock Exchange“. Abgang: 2003. Abfindung: 187 Millionen Dollar. © AP
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Robert Nardelli. Posten: Chef der US-Baumarktkette Home Depot. Abgang: 2007. Abfindung: 210 Millionen Dollar. © AP
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Hank McKinnell. Posten: Chef des US-Pharmariesens Pfizer (stellt Viagra her). Abgang: 2006. Abfindung: 213 Millionen Dollar. © AP
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Lee Raymond. Posten: Chef des Öl-Multis Exxon Mobil. Abfindung: 351 Millionen Dollar. © AP

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Aktionäre wollen mehr Geld für HRE-Aktien

Zeitung: Bund will HRE von der Börse nehmen

Funkes Anwälte wollten sich nicht zu den neuen Vorwürfen äußern. Die Hypo Real Estate hatte bis zum Januar vergangenen Jahres wiederholt beteuert, von der US-Finanzkrise nicht betroffen zu sein. Erst am 15. Januar 2008 räumte der damalige Konzernchef Funke Abschreibungen ein und schockte damit Anleger und Börse.
Der Kläger mit den größten Forderungen, der Jurist Christian Wefers aus Nordrhein-Westfalen, werde seine bereits bei Gericht anhängige Klage in der kommenden Woche deutlich ausweiten, berichtet die “SZ“. Dadurch belaufe sich der Schaden, den er für zahlreiche Kapitalanlagefonds geltend mache, nunmehr auf fast eine Milliarde Euro, sagte Wefers der Zeitung. Bei den klagenden Fondsgesellschaften gehe es um Hunderttausende, wenn nicht sogar mehrere Millionen Privatanleger.

Wefers hatte bisher der Zeitung zufolge 200 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Bei einer Verhandlung Anfang August hatte das Landgericht München einen für die HRE günstigen Vergleich angeregt. Wefers sagte der Zeitung, er habe aber inzwischen zahlreiche, zusätzliche Informationen und Beweise. So habe die HRE im vergangenen Jahr verschwiegen, dass die deutsche Bankenaufsicht bei einer Sonderprüfung auf gravierende Mängel bei der Bank gestoßen sei. Diese Information wäre für die Anleger wichtig gewesen. Die Klage werde, um eine Verjährung zu vermeiden, bis zum kommenden Dienstag beim Landgericht eingereicht.

Am 29. September 2008 hatten der Bund und mehrere Banken die HRE mit Bürgschaften in Höhe von 35 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Inzwischen belaufen sich die staatlichen Garantien auf fast 100 Milliarden Euro. Außerdem muss der Bund mindestens zehn Milliarden Euro in die Bank einzahlen, um ihr Überleben zu sichern. Jetzt kommen neue Risiken hinzu.

Wefers wird bei Gericht vom Tübinger Anwalt Andreas Tilp vertreten. Tilp strebt einen Musterprozess an, in dem alle anhängigen Verfahren zusammengefasst werden. Beim Münchner Landgericht stapeln sich inzwischen Klagen aus ganz Deutschland gegen die HRE. Allein die Münchner Kanzlei Rotter vertritt 62 Anleger, die Geld zurückverlangen.

dpa

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