Bericht: IWF senkt Deutschland-Prognose

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Das Logo des Internationale Währungsfonds an dessen Hauptsitz in Washington (Archivbild).

Düsseldorf - Der Internationale Währungsfonds wird einem Zeitungsbericht zufolge seine Wachstumsprognose für Deutschland reduzieren. Auch für die Weltwirtschaft sieht es mau aus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird dem „Handelsblatt“ zufolge seine Konjunkturprognose für Deutschland senken. Am kommenden Dienstag, wenn der IWF sein neues Gutachten für die Weltwirtschaft präsentiert, wird er für Deutschland in diesem und im nächsten Jahr nur noch je 0,9 Prozent Wachstum vorhersagen, wie das Blatt (Freitag) berichtet. Im Vergleich zur Juli-Prognose wären dies 0,1 beziehungsweise 0,5 Prozentpunkte weniger. Auch die Aussichten für die Weltwirtschaft beurteilen die IWF-Ökonomen weniger optimistisch.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Für dieses Jahr rechnet der Fonds dem Bericht zufolge nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent, 2013 soll das globale Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent zulegen. Der IWF revidierte damit seine bisherigen Prognosen um 0,1 beziehungsweise 0,3 Prozentpunkte nach unten. Wichtig für die Konjunkturaussichten sei vor allem, „ob im Eurogebiet und den USA entscheidende Politikschritte zur Stabilisierung des Vertrauens unternommen werden“, heißt es in dem Bericht, der dem Blatt in Auszügen vorliegt.

Die Wirtschaft im Euroraum wird nach Einschätzung der Ökonomen in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen, 2013 sei nur mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent zu rechnen. Der Währungsfonds mahne die Bundesregierung vor diesem Hintergrund, weitere Strukturreformen anzupacken, „um das relativ niedrige Niveau der Investitionen und das Wachstumspotenzial der Binnenwirtschaft zu stärken“, schrieb die Zeitung. Zwei Tage nach dem IWF legen auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten für Deutschland vor.

dpa

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