Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-Porsche-Chef

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Wendelin Wiedeking

Stuttgart - Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Ihm werden Insiderhandel und Kursmanipulation vorgeworfen.

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Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist nach dem Übernahmedrama bei Volkswagen und Porsche ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Auch gegen Ex-Finanzchef Holger Härter werde ermittelt, sagte ein Porsche-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte, nach Hinweisen der Finanzaufsicht BaFin sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der unbefugten Weitergabe von Insiderinformationen eingeleitet worden. Hintergrund ist Medienberichten zufolge der dramatische Kurssprung der VW-Aktie im vergangenen Jahr.

Es handele sich derzeit um einen Anfangsverdacht, sagte die Justizsprecherin. “Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte sie. Ob und wann Anklage erhoben werde, sei noch völlig offen.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen
Andreas Kley. Posten: Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte. Abgang: 2004. Abfindung: 1,7 Millionen Euro. © AP
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Thorsten Grenz. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mobilcom. Abgang: 2005. Abfindung: 2,45 Millionen Euro. © dpa
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Kai-Uwe Ricke. Posten: Chef der Telekom. Abgang: 2006. Abfindung: 2,5 Millionen Euro © AP
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Jürgen Sengera. Posten: West LB -Chef. Abgang: 2003. Abfindung: 3,25 Millionen Euro. © dpa
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Ulrich Schumacher. Posten: Chef des Chipherstellers Infineon. Abgang: 2004: Abfindung: 5,25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Lederer. Posten: Chef von Babcock-Borsig (Maschinenbau- und Energietechnikkonzern). Abgang: 2002. Abfindung: 6 Millionen Euro. (Zahlte die Babcock-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft) © dpa
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Klaus Kleinfeld. Posten: Siemens-Chef. Abgang: 2007. Abfindung: 6,1 Millionen Euro. © dpa
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Udo Stark. Posten: Chef des Immobilienkonzerns Agiv. Abgang: 2000. Abfindung: 6,4 Millionen Euro. © dpa
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Hubertus Erlen. Posten: Chef des Pharmakonzerns Schering. Abgang: 2006. Abfindung: 6,6 Millionen Euro. © dpa
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Thomas Holtrop: Posten: T-Online-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 7 Millionen Euro. © AP
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Bernd Pischetsrieder. Posten: BMW -Chef. Abgang: 1999. Abfindung: 7,5 Millionen Euro. © dpa
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Utz Claassen. Posten: Chef des Energie-Riesen EnBW. Abgang: 2007. Abfindung: 8 Millionen Euro. © dpa
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Werner Seifert. Posten: Vorstandschef der Deutschen Börse. Abgang: 2005. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Wolfgang Urban. Posten: Karstadt-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Ron Sommer . Posten: Telekom-Chef (brachte die Telekom-Aktie an die Börse). Abgang: 2002. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. © dpa
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Harry Roels. Posten: Chef des Energiekonzerns RWE. Abgang: 2007. Abfindung: 12 Millionen Euro. © dpa
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Holger Härter . Posten: Porsche-Finanzchef. Abgang: 2009. Abfindung: 12,5 Millionen Euro. © dpa
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Kajo Neukirchen. Posten: Chef des Anlagenbauers MG Technologies. Abgang: 2003. Abfindung: 13,2 Millionen Euro. © AP
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Mark Wössner. Posten: Bertelsmann-Chef. Abgang: 2000. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Dieter Ammer. Posten: Chef bei der Brauerei Beck und Co. Abgang: 2003. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Clemens Börsig. Posten: Finanzchef der Deutschen Bank. Abgang: 2006. Abfindung: 17 Millionen Euro. © dpa
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Hans-Joachim Körber. Posten: Chef der Metro AG. Abgang: 2007. Abfindung: 19,3 Millionen Euro. (Körber bekam keine Abfindung im eigentlichen Sinn. Das G eld erhielt er aus der Fortzahlung seiner Vergütung und über Rentenansprüche). © dpa
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Klaus Zumwinkel. Posten: Chef der Postbank. Abgang: 2009. Abfindung: 20 Millionen Euro © dpa
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Thomas Middelhoff. Posten: Chef bei Bertelsmann. Abgang: 2002. Abfindung: 25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Esser. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mannesmann (wurde von Vodafone übernommen). Abgang: 2000. Abfindung: 30 Millionen Euro. © dpa
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Wendelin Wiedeking. Posten: Chef von Porsche . Abgang: 2009. Abfindung: 50 Millionen Euro, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. © dpa
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Robert „Bob“ Eaton. Posten: Chef von Chrysler . Abgang: 2000. Abfindung: 60 Millionen Euro. © AP
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Frank Newman. Posten: Chef der US-Bank Bankers Trust (wurde von der Deutschen Bank übernommen). Abgang: 1999. Abfindung: 85 Millionen Euro. © AP
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Bruce Karatz. Posten: Chef des Baukonzerns KB Home. Abgang: 2006. Abfindung: 175 Millionen Dollar. © AP
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Richard Grasso: Posten: Chef der New Yorker Börse „New York Stock Exchange“. Abgang: 2003. Abfindung: 187 Millionen Dollar. © AP
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Robert Nardelli. Posten: Chef der US-Baumarktkette Home Depot. Abgang: 2007. Abfindung: 210 Millionen Dollar. © AP
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Hank McKinnell. Posten: Chef des US-Pharmariesens Pfizer (stellt Viagra her). Abgang: 2006. Abfindung: 213 Millionen Dollar. © AP
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Lee Raymond. Posten: Chef des Öl-Multis Exxon Mobil. Abfindung: 351 Millionen Dollar. © AP

Porsche teilte mit, die Geschäftsräume am Stammsitz Stuttgart- Zuffenhausen seien am Donnerstagmorgen von Beamten durchsucht worden. Diese hätten diverse geschäftliche Unterlagen beschlagnahmt. “Porsche weist die erhobenen Vorwürfe zurück“, heißt es in der Mitteilung. Das Unternehmen werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten und unterstütze die Beamten in vollem Umfang.

Die BaFin bestätigte, Anzeige wegen Marktmanipulationen beim Übernahmekomplex VW-Porsche erstattet zu haben. Die Anzeige sei Anfang August bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart erstattet worden, sagte eine BaFin-Sprecherin in Bonn. Die Anzeige beziehe sich auf einen Teilaspekt, die Untersuchung der Übernahme sei noch nicht abgeschlossen.

Hintergrund der Ermittlungen sei der dramatische Kurssprung der VW-Aktie im Oktober 2008, schreibt die Tageszeitung “Die Welt“ (Freitag). Damals war die VW-Aktie auf mehr als 1000 Euro geklettert. Volkswagen war zwischenzeitlich das wertvollste Unternehmen der Welt. Misslungene Spekulationsgeschäfte hatten den Höhenflug ausgelöst. Händler hatten geliehene VW-Aktien in der Hoffnung auf sinkende Kurse verkauft - sogenannte Leerverkäufe. Ziel war, die Aktien später zu niedrigeren Kursen zurückzukaufen und die Differenz als Gewinn einzustreichen. Die Spekulanten waren jedoch von einer Aufstockung der Anteile und Optionen von Porsche überrascht worden.

Der Sportwagenbauer hatte damals mitgeteilt, den Anteil an VW auf 42,6 Prozent erhöht zu haben und zusätzlich 31,5 Prozent der Anteile in Form von Optionen zur Kurssicherung zu halten. Dadurch waren plötzlich weniger VW-Aktien im Markt frei als die Händler zur Rückgabe an die Leihgeber zurückkaufen mussten. Die Folge war eine panische Jagd auf die Volkswagen-Papiere.

Die BaFin beschäftigt sich derzeit eigenen Angaben zufolge auch mit den jüngsten Kursturbulenzen der VW-Aktie. Die VW-Stämme brachen in den vergangenen Tagen um fast 40 Prozent ein, nachdem das Emirat Katar Porsche einen Großteil der Optionen abgekauft hatte. Der Kurs der VW-Vorzugsaktien legte dagegen seit Wochenbeginn deutlich zu. Einem Medienbericht zufolge hat das reiche Scheichtum dem Stuttgarter Sportwagenbauer auch Optionen auf 50 Prozent der VW-Vorzüge abgekauft. Zuvor war nicht bekannt, dass Porsche im Zuge des Übernahmeversuchs von Volkswagen auch Optionen auf Vorzugsaktien erworben hatte.

Die Porsche SE hält derzeit noch immer knapp 51 Prozent der Volkswagen-Stammaktien. Der frühere Porsche-Chef Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter hatten sich bei der geplanten Übernahme aber massiv verhoben, einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft und mussten schließlich Ende Juli ihren Hut nehmen. Porsche soll nun schrittweise in den VW-Konzern integriert werden.

dpa

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