Bericht: Trödelei bei Steuerbescheinigungen

Berlin - Das Chaos um zu spät verschickte Jahressteuerbescheinigungen könnte sich in diesem Jahr wiederholen. Noch immer warten Tausende Anleger auf die Papiere. Die Frist endet allerdings im Mai.

Das ergaben Recherchen des Berliner “Tagesspiegel“. Noch immer warten Tausende Anleger auf die Aufstellungen der Gewinne oder Verluste ihrer Finanzgeschäfte, obwohl sie bis Ende Mai ihre Einkommensteuererklärungen abgeben müssen.

Steuersenkungen: Wer davon profitiert

Mit dem “Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ wollen Union und FDP das erste Steuersenkungspaket umsetzen. Von links der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). © dpa
Die von Schwarz-Gelb beschlossenen Entlastungen von jährlich 8,5 Milliarden Euro sollen von Januar 2010 an greifen. Es gibt aber Widerstand aus den Ländern. Das sind die Eckpunkte der Steuersenkungen: © dpa
FAMILIEN: Der jährliche Kinderfreibetrag soll von 6024 auf 7008 Euro angehoben werden. © dpa
Das monatliche Kindergeld wird um jeweils 20 Euro erhöht - also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder. © dpa
Kosten pro Jahr: bis zu 4,6 Milliarden Euro. © dpa
MEHRWERTSTEUER: Zum 1. Januar 2010 soll für Übernachtungen im Hotel- und Gaststättengewerbe der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten. © dpa
Kosten pro Jahr: fast eine Milliarde Euro. © dpa
UNTERNEHMENSSTEUER: Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. © dpa
Kosten pro Jahr: fast 2,4 Milliarden Euro. © dpa
Einige Punkte der Unternehmenssteuerreform: Die “Zinsschranke“ - der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast - wird gelockert. © dpa
Sanierungs-Übernahmen werden erleichtert. © dpa
Bei der Gewerbesteuer soll der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss. © dpa
ERBSCHAFTSTEUER: Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. © dpa
Für sie soll es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent geben. © dpa
Für Firmenerben wird die Arbeitsplatzauflage für eine Steuerbefreiung gelockert. © dpa
Kosten pro Jahr: bis zu 420 Millionen Euro. © dpa
BIOKRAFTSTOFF: Der Steuervorteil für reine Biokraftstoffe wird nicht reduziert und der Entlastungssatz in den Jahren 2009 bis 2011 fortgeschrieben. © dpa
Kosten pro Jahr: bis zu 127 Millionen Euro. © dpa
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So sei etwa bei der HypoVereinsbank bereits jetzt absehbar, dass Kunden in Kollision mit der Finanzamtsfrist kommen werden. “Die HVB startet in den kommenden Tagen mit dem Versand der Jahressteuerbescheinigungen 2010“, sagte ein Sprecher des Geldhauses. In den kommenden drei Monaten soll der Großteil dieser Bescheinigungen versendet sein, doch dann ist es bereits Juni und die Frist überschritten.

Kritik an der Säumnis der Banken kommt vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Anders als 2010, als die Kreditinstitute mit der Umsetzung der Abgeltungssteuer zu kämpfen hatten, gebe es in diesem Jahr keinen Grund, warum die Bescheinigungen so spät kommen, sagte Verbandspräsident Wolfgang Wawro der Zeitung.

dapd

Rubriklistenbild: © Kai Remmers/dpa/tmn

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