Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Beschäftigung von Menschen mit Behinderung: Fachkräftepotenzial entdecken

Für Menschen mit Behinderung ist es oft schwer im Berufsleben Fuß zu fassen. Dabei sind sie nicht weniger leistungsfähig. Sind sie richtig eingesetzt, können Arbeitgeber auf sehr motivierte Mitarbeiter bauen.

Gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung sind in allen Berufsgruppen, auch in Engpassberufen, zu finden. Der verstärkte Einsatz für mehr Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben, das hat sich die Agentur für Arbeit Kassel besonders in der Woche vom 3. bis 7. Dezember zur Aufgabe gemacht.

Mit vielfältigen Aktivitäten der Arbeitsagentur, beispielsweise einem Expertentelefon am 3. Dezember oder einer Podiumsdiskussion am 4. Dezember, wird darauf aufmerksam gemacht, dass Menschen mit Behinderung einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag auch auf dem Arbeitsmarkt leisten können. „Gerade vor dem Hintergrund des weiter zunehmenden Fachkräftebedarfs dürfen wir dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen“, unterstreicht Konrad Krempasky, Teamleiter des Reha-Teams der Agentur für Arbeit Kassel.

Er ruft Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber dazu auf, den Auswirkungen des demographischen Wandels vorzubauen und behinderte Menschen bei Einstellungen stärker zu berücksichtigen. Die Agentur für Arbeit Kassel unterstützt Betriebe und Verwaltungen bei der Suche nach Lösungswegen für die Beschäftigung von Menschen mit Handicap.

So kann die Agentur für Arbeit helfen

Vermittlung und Beratung: Die Arbeitsvermittler unterstützen bei der Erstellung eines Anforderungsprofils für den zu besetzenden Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Sie informieren dabei über Fördermöglichkeiten und Fragen des Schwerbehindertenrechts.

Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung: Mehr junge Menschen mit Behinderung sollen durch eine betriebliche Ausbildung Berufsabschlüsse erreichen. Die Arbeitsagentur kann deshalb für die betriebliche Aus- oder Weiterbildung einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gewähren.

Probebeschäftigung: Menschen mit Behinderung sollen ihre Leistungsfähigkeit im Unternehmen beweisen können. Entstehen ihnen für eine auf maximal drei Monate befristete Probebeschäftigung Kosten, können diese erstat-tet werden.

Eingliederungszuschuss: Unternehmen können zur Eingliederung von Arbeitnehmern, deren Vermittlung erschwert ist, einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten. Die Förderhöhe und die Förderdauer richten sich nach der Einschränkung der Arbeitsleistung und nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Ausgleich der Behinderung durch technische Hilfen: Oftmals ist eine behindertengerechte Ausgestaltung von Arbeitsplätzen erforderlich, um die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen. Arbeitgeber können dafür Zuschüsse beantragen. Die Arbeitsagentur unterstützt weiterhin in Fragen der technischen Ausstattung. Die Leistungen der Agentur für Arbeit sind immer einzelfallabhängig und können nur gewährt werden, wenn sie vor einer Einstellungszusage beim Arbeitgeber-Service beantragt worden sind. (nh)

Definitionen

„Behindert“ ist ein Mensch im Sinne des Gesetzes, wenn seine körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit nicht nur vorüberge-hend wesentlich gemindert ist – wenn er dadurch Hilfen, z. B. für die Teilhabe am Arbeitsleben, benötigt.

„Schwerbehindert“ ist ein Mensch im Sinne des Gesetzes, wenn vom Ver-sorgungsamt ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr festgestellt wird.

„Gleichgestellt mit schwerbehinderten Menschen“ werden Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 30 aber weniger als 50 von der zuständigen Agentur für Arbeit, wenn die Aufnahme oder der Erhalt des Ar-beitsplatzes behinderungsbedingt gefährdet sind. Dabei ist zu beachten: Der Behinderungsgrad allein sagt nichts über die berufli-che Leistungsfähigkeit eines Menschen aus.

Beschäftigungspflicht: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich min-destens 20 Arbeitsplätzen sind Sie gesetzlich verpflichtet, wenigstens 5 Pro-zent ihrer Arbeitsplätze mit Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellten Menschen zu besetzen. In der Regel wird die Beschäftigung eines Menschen mit einer Schwerbehinderung auf einen Pflichtplatz ange-rechnet. Eine Mehrfachanrechnung ist auf Antrag möglich, wenn die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt behinderungsbedingt besonders schwierig ist oder wenn Sie Jugendliche mit einer Schwerbehinderung ausbilden.

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