Bezahlen per Fingerabdruck

+
Ein Fingerabdruck genügt künftig, um bei Rewe zu bezahlen.

München - Keine Suche nach dem letzten Cent in der Geldbörse, kein Eintippen der EC-Pinnummer mehr. Rewe will bundesweit ein Bezahlverfahren per Fingerabdruck einführen.

In einer Rewe-Filiale in Köln-Hürth passieren seltsame Dinge: Die Kunden drücken an der Kasse statt zu bezahlen einfach einen Finger auf eine Taste und fertig. Es ist das Pilotprojekt für das bundesweit erste „filialübergreifende biometrische Bezahlverfahren“, so der Titel bei Rewe. Sollte es gut laufen, können die Menschen bald überall mit dem Finger bezahlen. „Wenn es von unseren Kunden angenommen wird, wollen wir Verfahren bundesweit einführen“, sagt Rewe-Sprecher Andreas Krämer.

Bisher läuft es gut: „In den ersten Wochen haben sich bereits 300 Kunden registrieren lassen“, weiß Krämer. Um mit dem Fingerprint bezahlen zu können, muss der Interessent einmalig einen Finger einscannen und die EC-Karte mit den Bankdaten zur Abbuchung auslesen lassen. Dann wird ein Vertrag gemacht, in dem geregelt ist, dass die Daten nicht weitergegeben werden.

Bernd Ohlmann vom Bayerischen Einzelhandelsverband: „Der Einkauf per Fingerabdruck wird sich bald überall durchsetzen. Es ist eine absolut sichere Sache. Es werden nur Teile des Fingerabdrucks erfasst und in einen Zahlencode umgewandelt. Dadurch ist eine Rückumwandlung nicht möglich. Die Daten bleiben im Geschäft und werden nicht weitergegeben.“

Ohlmann kennt noch weitere Versuche, unter anderem bei Edeka und einer Textilkette. Der Sprecher: „Die Erfahrungen sind absolut positiv. Interessanterweise wird das Verfahren gerade auch von älteren Menschen gerne genutzt. Sie müssen sich keine Pinnummer merken oder die Lesebrille aufsetzen oder umständlich im Geldbeutel rumsuchen.“ Der Vorteil für die Kunden: „Es geht viel schneller. Mit dem Fingerabdruck dauert der Bezahlvorgang sieben Sekunden, mit der EC-Karte 14 und mit Bargeld 20 Sekunden“, sagt Rewe-Sprecher Krämer. Auch Alexander Hippach, Sprecher von Edeka Südbayern, ist begeistert: „Wir testen das Verfahren in einer Filiale in Ingolstadt bereits seit 2006, es wird gut angenommen.“ Edeka Südwest hat in Baden-Württemberg schon 70 Filialen mit dem Fingerprint-Scanner ausgestattet.

KHD

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.