Die Bundesnetzagentur versteigert Mobilfunkfrequenzen - Konzerne formieren sich

Bieten um Bits und Bytes

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Läutete die Auktion ein: Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, lässt Mobilfunkfrequenzen versteigern.

Zum ersten, zum zweiten... Die Bundesnetzagentur hat mit ihrer bisher größten Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen begonnen. Dem Staat kann das 2 bis 7 Milliarden Euro einbringen, dem Verbraucher den besseren Zugang zum schnellen und vor allem zum mobilen Internet.

! Zugelassen sind die Telekom-Tochter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 Telefonica. Sie bieten um 41 Frequenzblöcke.

? Wo kommen diese Frequenzen her?

! Die „Filetstücke“ der Auktion sind die Frequenzen zwischen 790 und 862 Megahertz (Mhz). Sie wurden frei, als die analoge Fernseh-Übertragung per Antenne durch die digitale Technik ersetzt wurde. Diese Frequenzen sollen künftig vor allem für schnelle drahtlose Internetverbindungen genutzt werden.

? Was bedeutet das konkret für die Internet-Nutzer?

! Zum schnellen Internet über Breitband-Datenautobahnen führen zwei Wege: über feste Datenleitungen oder über Funk. Leitungen zu verlegen, ist aber in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten zu teuer. Die frei gewordenen Frequenzen aus dem 800-Mhz-Bereich eignen sich gut, um große Flächen zu versorgen, erklärt der Branchenverband Bitkom.

? Helfen die neuen Frequenzen auch dem mobilen Internet auf die Sprünge?

! Ja. Deshalb sind sie auch so begehrt: Mit dem Siegeszug von Smartphones, Laptops und Tablet-PCs werden in Zukunft immer mehr Menschen mobil im Internet surfen. Die Mobilfunkbetreiber erwarten hier einen Milliardenmarkt.

? Ist zu befürchten, dass sich die Ersteigerer der Frequenzen lieber den Ballungsräumen widmen als dem flachen Land?

! Die Bewerber mussten sich verpflichten, in allen Bundesländern ab Jahresbeginn 2016 einen Versorgungsgrad von 90 Prozent zu erreichen. Erst wenn Gemeinden und Städte mit höchstens 5000 Einwohnern schnelle Internet-Anschlüsse bekommen haben, dürfen die Unternehmen die gewinnträchtigere Versorgung von größeren Städten angehen.

? Wie weit verbreitet sind schnelle Internetzugänge?

! Per Festnetz haben laut Bitkom 64 Prozent aller Haushalte einen schnellen Internetzugang. Bundesweit fehlen 725 000 schnelle Internetanschlüsse. Allein in Hessen gibt es noch 1400 Ortschaften, die keinen Zugang zum schnellen Datenaustausch haben. Bis Ende 2011 soll hier Abhilfe geschaffen sein. In Niedersachsen muss jeder fünfte Internet-Haushalt auf den schnellen Zugang verzichten.

? Bedeuten die neuen Frequenzen für den Verbraucher höhere Preise?

! Der Wettbewerb werde für bezahlbare Preise sorgen, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, in einem Interview. So seien in den vergangenen zehn Jahren die Preise bei mobilen Datendiensten stark gefallen.

? Wo gibt es Informationen über Zugänge zum schnellen Internet?

! Die Seite www.breitbandatlas.de des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, welche Techniken wo zur Verfügung stehen. www.breitband-niedersachsen.de weist auf Fördermöglichkeiten in Niedersachsen hin.

Link: Liste der unterversorgten Gemeinden

Von Barbara Will

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