Eon Mitte steigert Umsatz um 18 Prozent: Kampf um Netze im Zentrum

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Am wichtigsten ist das Netz: Der Regionalversorger Eon Mitte verhandelt mit den Kommunen in Hessen und Niedersachsen um neue Konzessionsverträge. 2010 erhöhte das Unternehmen den Gewinn um gut die Hälfte.

Kassel/Göttingen. Der Regionalversorger Eon Mitte AG hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz und Überschuss deutlich gesteigert. Doch die Zahlen sind momentan fast Nebensache.

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Stromnetz: Kommunen reden mit

Im Mittelpunkt stehen der Umstieg auf erneuerbare Energien und der Kampf um die Stromnetze in der Region. Dabei muss der Versorger seine Ergebnisse für 2010 nicht verstecken: Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 636,8 Millionen. Davon bleiben 78,2 Millionen Euro Überschuss, das sind 55 Prozent mehr als im Vorjahr.

Den größten Teil seiner Geschäfte macht Eon Mitte mit dem Betrieb von Stromnetzen. Über die Hälfte des Umsatzes kommt aus Niederspannungsnetzen, die den Strom zum Kunden bringen. Doch gerade da muss das Unternehmen kämpfen: 85 von 211 Konzessionen, quasi das Wegerecht für das Stromnetz, hat der hauptsächlich in Teilen Hessens, Niedersachsens und Thüringens tätige Versorger bereits in der Tasche.

Der Stromabsatz, den man über diese Netze zum Endkunden bringen will, sei damit zu 50 Prozent gesichert, sagte Vorstand Georg von Meibom. Zehn Prozent seien dagegen an die Konkurrenz verloren, über 40 Prozent werde noch verhandelt. Wie viel Prozent Eon mindestens braucht, um einen Arbeitsplatzabbau zu vermeiden, sagte von Meibom nicht. Es gelte aber: „Zehn Prozent weniger Konzessionen heißt nicht zehn Prozent weniger Mitarbeiter.“

Für die Kommunen, die sich nach Alternativen zu Eon umsehen, zeichnete von Meibom ein unangenehmes Szenario: Neben sinkenden Steuereinnahmen sei fraglich, ob kleinere Wettbewerber Netze betreiben könnten, die den steigenden technischen Anforderungen durch die Einspeisung erneuerbarer Energien gewachsen seien.

Netz wird komplexer

Denn weil die Kunden etwa durch Fotovoltaik immer mehr Strom selbst einspeisen, werde das Netz komplexer. „Das erfordert einen stetigen Ausbau der Netze und hohe Investitionen“, sagt Eon-Vorstand Thomas Weber. 26 800 Energieerzeugungsanlagen hingen bisher am Netz von Eon Mitte, 40 000 sollen es bis Ende 2012 sein. 55 Millionen investiere man jährlich in Erhalt und Ausbau der Netze.

Von den guten Eon-Ergebnissen profitiere auch die Region, betonten die Eon-Vorstände: 44 Millionen Euro seien an die Kommunen als Konzessionsabgaben geflossen sowie 28 Millionen Euro Steuern. Hinzu kämen zwölf Mio. Euro an Ausschüttungen an die kommunalen Aktionäre, die Landkreise und die Stadt Göttingen.

Zum guten Ergebnis beigetragen hat auch die Strom- und Gasanbietertochter Eon Vertrieb: Trotz sinkender Absätze - allein beim Strom wurde mit 7824 Gigawattstunden rund zwölf Prozent weniger verkauft - stieg der an Eon Mitte abgeführte Gewinn von 12,9 auf 20,1 Millionen Euro. Den Ertragsanstieg erklärt der Stromanbieter unter anderem damit, dass 2009 Kosten für eine Computerumstellung den Gewinn gedrückt hatten.

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