Saatguthersteller erwartet keine sofortige Einbuße in den USA

KWS bleibt bei Genrübe

Süßes Geschäft: Gentechnisch oder konventionell gezüchtete Zuckerrüben verkauft KWS weltweit. Das Bild zeigt Pflänzchen in einer Nährlösung. Foto: KWS/nh

Einbeck. Ein Restrisiko bleibe zwar, aber der börsennotierte Einbecker Saatguthersteller KWS Saat AG rechnet damit, dass die US-amerikanischen Farmer weiter die gentechnisch veränderte Roundup-Ready-Zuckerrübe anbauen werden können. „Ich erwarte mit großer Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten zwei Jahren keine Beeinträchtigungen geben wird“, sagte Vorstandssprecher Philip von dem Bussche, am KWS-Stammsitz Einbeck.

Das von Gentechnikgegnern gefeierte Urteil eines kalifornischen Gerichts vom Freitag verbiete die Roundup-Ready-Rübe nicht, es handelte sich vielmehr um eine Aussetzung des Anbaus, betonte der Vorstandssprecher. Der Richter habe bemängelt, dass bei der Zulassung keine langfristige Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen worden sei. Diese solle jetzt nachgeholt werden. Von dem Bussche erwartet bis dahin vom Landwirtschaftsministerium Übergangsregelungen mit Auflagen, etwa über Mindestabstände.

Ertrags- und Umsatzeinbußen wird es deshalb nach Einschätzung des Vorstands im neuen Geschäftsjahr nicht geben. Genauso wenig sieht er davon Personalplanungen betroffen. „Wir bauen eher neue Stellen auf.“ KWS beschäftigt weltweit 3200 Mitarbeiter, rund 900 davon in Einbeck. Die Börse teilt offenbar die Einschätzung des KWS-Vorstandes. Bislang hat es keine besonderen Kursschwankungen gegeben.

KWS hält am Saatgutmarkt für Zuckerrüben in den USA rund 65 Prozent mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro, sagte von dem Bussche. Weltweit erzielt die KWS mit der süßen Frucht einen Umsatz von rund 230 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz der AG liegt bei 750 Mio. Euro.

Die neue Roundup-Ready Sorte hat in den Jahren seit ihrer Zulassung mit einem Marktanteil von 95 Prozent einen sensationellen Siegeszug auf der rund 500 000 Hektar großen Anbaufläche der USA gefeiert. Als Vorteil gegenüber herkömmlichen Sorten gilt, dass sie gegen den Wirkstoff Glyphosat (Markenname: Roundup) resistent ist. Dadurch könne der Landwirt die Unkrautbekämpfung ganz erheblich reduzieren.

Kritiker hingegen bemängeln, die Rübe fördere die Ausbreitung von herbizidresistenten Unkräutern.

Von Hans-Peter-Niesen

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