Umsatzsprung bei Kuntschar + Schlüter – viele neue Stellen geschaffen – Osteuropa im Visier

Blockheizkraftwerke nach Maß

Kraftwerke nach Maß: Die Anlagen von Kuntschar und Schlüter sind meist Einzelanfertigungen. Unser Foto zeigt Ingo Schlüter an einer Demonstrationsanlage für eine Messe. 

Ippinghausen. Blockheizkraftwerke (BHKW) haben Konjunktur. Und angesichts steigender Energiepreise dürfte die Bedeutung dieser umweltschonenden Technologie weiter zunehmen.

Denn dieser Kraftwerkstyp erzeugt nicht nur Strom, sondern macht die dabei entstehende Abwärme zu Heizzwecken nutzbar. Dadurch sind Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent möglich. Herkömmliche, moderne Kraftwerke bringen es auf 60 Prozent.

Ein BHKW-Pionier sitzt in Ippinghausen (Kreis Kassel). Bereits Anfang der 1980er-Jahre erkannten die beiden Heizungsinstallateure Walter Kuntschar und Heinz Schlüter das Potenzial dieser innovativen Technik und bauten ihr erstes Kraftwerk. Mittlerweile versehen 650 kleine und mittlere Anlagen der Kuntschar + Schlüter GmbH (KS) in Schulen, Schwimmbädern, Altenheimen und Kliniken, in Biogas- und Kläranlagen sowie in Betrieben im gesamten Bundesgebiet ihren Dienst.

Und das Geschäft brummt: 70 Anlagen lieferte KS 2009 aus. In diesem Jahr sollen es bis zu 90 werden, 2011 mehr als 100. „Wir haben reichlich zu tun“, sagt Ingo Schlüter, der fürs Personal und die Finanzen verantwortlich ist. Gemeinsam mit seinem Vater Heinz (59) und Bruder Ralf (34) führt der 36-jährige Betriebswirt das Unternehmen, das seit 2008 zur Centrotec AG im sauerländischen Brilon gehört.

6,3 Millionen Euro setzte KS 2009 um. In diesem Jahr peilt das Unternehmen 8,2 Mio. Euro an, im kommenden Jahr soll die Zehn-Mio.-Euro-Marke geknackt werden. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus. 41 Mitarbeiter zählt der Ippinghäuser Kraftwerksspezialist. 2008 waren es noch 24, im nächsten Jahr sollen es 50 sein. Das Wachstum finanziert KS aus den Erträgen, über deren Höhe das Unternehmen keine Angaben macht.

KS baut Anlagen im Leistungsbereich 50 bis 400 Kilowatt (kW) und sieht sich dort unter den fünf größten Anbietern in Deutschland. Eine etwa kleiderschrankgroße 50-kW-Anlage kann dauerhaft 100 Einfamilienhäuser mit Strom und 30 mit Wärme versorgen. Eine besondere Spezialität der Ippinghäuser BHKW-Experten sind Anlagen, die Klärgas verbrennen. „Da sind wir Marktführer“, sagt Ingo Schlüter nicht ohne Stolz.

Vor dem Wettbewerb ist ihm nicht bange. Denn KS hat nach seiner Einschätzung einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz: „Wir planen, bauen, installieren und warten die Anlagen“, sagt Schlüter, der mit Frau und zwei Kindern im Nachbardorf Freienhagen lebt. Viele Anbieter arbeiteten mit Partnern. „Bei uns bekommt der Kunde alles aus einer Hand“.

Export soll ausgebaut werden

Noch spielt der Export mit einem Umsatzanteil von etwa drei Prozent eine untergeordnete Rolle. Das soll sich ändern. Ziel sind zehn Prozent bereits im nächsten Jahr. Besonderes Augenmerk legen die Ippinghäuser auf Russland. Dort bauen sie derzeit eine erste Pilotanlage in Kassels Partnerstadt Jaroslawl. „Osteuropa ist ein Riesenmarkt. Da wollen wir mitmischen“, so Schlüter.

Von José Pinto

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