Tankflugzeug-Entwicklung belastet Gewinnziel bei Boeing

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Abgesehen von dem Tankflugzeug-Projekt liefen die Geschäfte bei Boeing von April bis Juni jedoch besser als von Analysten erwartet. Foto: Andy Rain/Archiv

Bei Boeing läuft es insgesamt glänzend. Aber ausgerechnet ein großer Auftrag aus den USA verhagelt dem Flugzeugbauer die Bilanz - so sehr, dass Konzernchef Muilenburg die Gewinnprognose kappt.

Chicago (dpa) - Ein riesiger Tankflugzeugauftrag aus den USA hat dem amerikanischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing das zweite Quartal vermasselt. Weil die Entwicklung der Luftbetankungstechnik schwieriger wird als erwartet, kappte Konzernchef Dennis Muilenburg die Gewinnprognose für 2015.

Das Hauptgeschäft mit Passagier- und Frachtflugzeugen läuft hingegen glänzend. Auch das jüngste Langstreckenmodell 787 "Dreamliner" spült dank steigender Produktionszahlen zunehmend Geld in die Kasse des US-Konzerns.

Für das laufende Jahr erwartet Boeing-Chef Muilenburg nun noch einen Gewinn je Aktie von 7,60 bis 7,80 Dollar - rund sechs Prozent weniger als bislang veranschlagt. Boeing steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 24,5 Milliarden US-Dollar (22,5 Mrd Euro).

Unter dem Strich brach der Gewinn wegen der Sonderbelastung um ein Drittel auf 1,1 Milliarden Dollar ein. Experten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet, die Mehrkosten von gut einer halben Milliarde Dollar bereits in der vergangenen Woche angekündigt wurden.

Boeing will in diesem Jahr 750 bis 755 Flugzeuge ausliefern. Das sind rund 120 mehr als beim europäischen Rivalen Airbus, der die Produktion in den kommenden Jahren aber ebenfalls ausweiten will. Den Löwenanteil machen bei beiden Konzernen die Mittelstreckenjets aus, die Boeing 737 und der Airbus A320. Boeing lieferte im ersten Halbjahr aber auch 64 "Dreamliner"-Jets aus - ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim jüngsten Airbus-Langstreckenflieger A350 läuft die Produktion nur langsam hoch.

Bei dem Tankflugzeug-Auftrag muss sich Boeing nun ranhalten. Bis August 2017 soll der Hersteller die ersten 18 Maschinen an die US-Luftwaffe ausliefern. Insgesamt wurden 179 Exemplare bestellt. Den Auftrag hatte Boeing vor mehr als vier Jahren in einem umstrittenen Verfahren dem europäischen Rivalen Airbus weggeschnappt.

Boeing-Quartalsbericht

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