Radl- und E-Bike-Boom

Bosch: Ende der Lieferengpässe für Fahrrad-Hersteller nicht absehbar

Bosch macht eine Kombination aus gestiegener Nachfrage und Lieferschwierigkeiten für die Engpässe verantwortlich.
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Bosch macht eine Kombination aus gestiegener Nachfrage und Lieferschwierigkeiten für die Engpässe verantwortlich.

Die Fahrrad- und E-Bike-Branche kämpft mit einem ernsthaften Materialmangel. Ein Ende der Engpässe ist nicht absehbar - Kunden müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen.

Gerlingen/Friedrichshafen - Elektro-Räder gelten als wichtiger Baustein auf dem Weg in die Klimaneutralität. Die boomende Fahrrad-Branche in Deutschland wird nun allerdings auf absehbare Zeit durch Lieferengpässe ausgebremst. Darauf hat der Geschäftsleiter von Bosch* eBike Systems, Claus Fleischer, vor der an diesem Mittwoch in Friedrichshafen beginnenden Fahrradmesse Eurobike hingewiesen. Der Verband des Deutschen Zweiradhandels beklagte ebenfalls Lieferprobleme. Manche Räder könnten erst mit monatelanger Verspätung ausgeliefert werden.

Fleischer sagte der Deutschen Presse-Agentur, wegen der Corona-Pandemie* sei es zu großen Ausfällen bei Lieferanten aus Asien gekommen. „Wir sehen im Moment vor allem eine Verknappung von mechanischen Komponenten: Rahmen, Gabel und Bremsen. Die Fahrradhersteller kämpfen um jedes Rad, das sie bauen können, weil immer wieder Komponenten fehlen.“ Knapp seien allerdings auch die elektronischen Bauteile, auf die Bosch angewiesen ist. Das liege aber nicht nur an Engpässen bei den Lieferanten, sondern auch am gestiegenen Bedarf.

Bosch: „Die Produktion kommt nicht hinterher“

„In jedem Auto werden immer mehr Steuergeräte verbaut, mehr Kameras für die Fahrerassistenzsysteme und zur Vorbereitung auf das autonome Fahren. In jedem Handy stecken mittlerweile drei Kameras. Früher war es eine.“ Die Nachfrage nach sogenannten Mikrocontrollern - das sind Halbleiterchips, die einen Prozessor und auch Peripheriefunktionen enthalten - sei viel höher als noch vor drei, vier Jahren, sagte Fleischer. „Die Produktion kommt nicht hinterher, weil der Aufbau einer Waferfabrik und der nachgeschalteten Prozesse eine lange Zeit in Anspruch nimmt, bis die Produktion so weit ist.“

Bosch habe Kunden in der Fahrradindustrie trotz der Umstände beliefern können, betonte Fleischer. Wegen der Bauteile-Knappheit könne man aber derzeit keine Aufrüstungs-Set für das System Nyon an den Fachhandel liefern, weil die Belieferung der Hersteller Vorrang habe.

Bosch produziert selbst keine Fahrräder, ist mit seinen Komponenten für E-Bikes aber der führende europäische Systemhersteller für Pedelecs. Knapp 100 Fahrradmarken weltweit bedienen sich aus dem Bosch-System: Dazu gehören neben dem elektrischen Motor auch die Steuerungselektronik, Displays und Apps. (dpa) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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