Studie

Brexit brächte deutscher Wirtschaft Milliardenverluste

Berlin - Durch einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würden deutsche Exporteure im Zeitraum bis 2019 Einbußen in einer Größenordnung von 6,8 Milliarden Euro erleiden.

Das geht aus einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Besonders stark betroffen wäre demnach die deutsche Automobilindustrie mit einem Minus bei den Exporten von zwei Milliarden Euro, im Chemiesektor wären es 1,1 Milliarden und bei den Maschinenbauern eine Milliarde Euro.

Falls die Briten bei dem Referendum am 23. Juni den EU-Austritt ihres Landes (Brexit) beschlössen, wäre dies ein "immenser Schaden für Deutschland" und auch für Europa, aber den "größten Schaden" erlitten die Briten selbst, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag vor Journalisten in Berlin. Die Welt werde aber "am Tag danach nicht untergehen, wir werden das Ergebnis zur Kenntnis nehmen und uns bemühen, das Bestmögliche daraus zu machen", fuhr Schäuble fort.

Die Studie "Brexit: What does it mean for Europe?" rechnet auch Szenarien durch, nach denen Großbritannien nach erfolgtem EU-Austritt mit der EU umgehend ein Freihandelsabkommen abschlösse. In diesem Falle würden sich die Exporteinbußen für die deutsche Wirtschaft der Studie zufolge auf fünf Milliarden Euro belaufen.

Für Großbritannien rechnet die Studie bei einem Brexit mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 4,3 Prozent und einem Rückgang der Exporte im Zeitraum bis 2019 um 30 Milliarden Pfund (rund 39,5 Milliarden Euro) sowie mit einer Abwertung des britischen Pfunds um mehr als 20 Prozent. Großbritannien werde "mindestens zehn Jahre" brauchen, um sich von diesem Schlag zu erholen. Zudem wäre Londons Rolle als führender Finanzplatz gefährdet.

Die Briten und ihre Beziehungen zur EU

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.