Kirchlicher Versicherer kommt gut durch die Krise, zahlt aber mehr für Schäden

Bruderhilfe steigert Gewinn

Erwartet steigende Erträge: Bruderhilfe-Vorstand Jürgen Mathuis. Foto: nh

Kassel / Detmold. Die Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) um die Kasseler Bruderhilfe haben die Finanzkrise umschifft. Obwohl sie teilweise Beitragseinbußen hinnehmen mussten, stiegen die Jahresüberschüsse kräftig. Sie wurden von Kapitalerträgen aufgepolstert.

So fuhr der Sachversicherer Bruderhilfe AG, Flaggschiff der drei Unternehmen unter dem Dach der VRK Holding, den Gewinn von knapp 2,3 Millionen Euro 2008 um mehr als das Doppelte auf 5,2 Mio. Euro herauf. Die versicherungstechnische Rechnung, in der Beitragseinnahmen gegen die Ausgaben für Schäden aufgerechnet werden, fiel günstiger aber noch nicht positiv aus. Der Verlust sank hier von 3,05 auf 1,14 Mio. Euro.

Gut eine Million Verträge hat die Bruderhilfe im Bestand. Die Zahl wuchs im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent. Das wichtige Geschäft mit Kraftfahrzeugversicherungen brachte rund 68 Mio. der gut 123 Mio. Gesamtbeiträge ein. Allerdings reichte das nicht, um die Versicherungsschäden und Kosten in der Kraftfahrtsparte zu bezahlen. Mit den Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen verdiente die Bruderhilfe hingegen Geld.

Der Markt um Kfz-Versicherungen ist heftig umkämpft. Für dieses und das kommende Jahr rechnet die Bruderhilfe im Kraftfahrgeschäft mit „nahezu stabilen Beständen und Beiträgen“. Für die anderen Sparten gebe es hingegen noch Luft für Zuwächse. In diesem Jahr werde sie voraussichtlich weniger für Schäden ausgeben müssen als durch Beiträge hereinkommt. Das Gesamtergebnis werde etwas besser ausfallen als 2009.

Die Bruderhilfe und ihre Schwestergesellschaften, Pax Familienfürsorge Krankenversicherung AG und Familienfürsorge Lebensversicherung AG (beide Detmold) gehören über eine Holding mehrheitlich zur HUK-Coburg-Gruppe. Die drei Unternehmen sind auf eine Klientel aus Kirche, Diakonie und Caritas spezialisiert. Doch einfach ist das Geschäft nicht: Diakonie und Caritas halten ihre Belegschaft zwar weitgehend stabil, die Kirche kämpft aber mit zurückgehenden Steuereinnahmen. Und einige kirchliche Wohlfahrtsverbände setzen bei Gehältern den Rotstift an.

Die Lebensversicherung Familienfürsorge gewann 2009 zwar mehr Neukunden als im Vorjahr, konnte aber die Zahl der Abgänge durch abgelaufene oder vorzeitig aufgegebene Verträge nicht wettmachen. Hoch im Kurs bei den Kunden standen Rentenversicherungen gegen Einmalbeiträge. Der Überschuss fiel, weil die Steuern erheblich unter denen des Vorjahr lagen, mit 4,1 Mio. um 1,35 Mio. Euro höher aus als im Vorjahr.

Die Pax Familienfürsorge Krankenversicherung steigerte ihre Beitragseinnahmen am höchsten von den drei Schwesterunternehmen. Der Jahresüberschuss legte von 1,1 auf 1,45 Mio. Euro zu. Die drei Versicherer beschäftigen rund 480 Mitarbeiter, 190 davon bei der Bruderhilfe in Kassel.

Von Barbara Will

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