Haushaltgeräte müssen sparsamer werden – und sich künftig vollständig abschalten lassen

Brüssel stoppt teures Standby

Teure Bequemlichkeit: Viele elektrische Geräte lassen sich nicht vollständig abschalten. Wer das stromfressende Standby bei Altgeräten vermeiden will, muss den Stecker ziehen. Foto: dpa

Brüssel. Eruopa sagt Stromfressern den Kampf an. Seit gestern dürfen nur noch elektrische Geräte verkauft werden, die sich vollständig abschalten lassen oder über eine neuartige Standby-Schaltung verfügen,

? Welche Einsparungen bringen die neuen Geräte wirklich?

!Wer etwa seinen Tintenstrahldrucker ständig eingeschaltet lässt, verbraucht 17,52 Euro im Jahr an Strom, obwohl das Gerät nicht benötigt wird. Bei einem Farblaserdrucker sind es 150,38 Euro, hat das Bundesumweltamt ausgerechnet. Doch bisher ließen sich manche Musikanlagen oder Fernseher nicht abschalten, es sei denn man zog den Stecker. Die neuen Produkte lassen sich entweder komplett ausschalten oder verfügen über einen Spar-Betrieb, der höchstens zwei Watt verbraucht.

? Dürfen die alten Geräte weiter betrieben werden?

!Ja. Von den Umstellungen sind nur Geräte betroffen, die man ab jetzt neu kauft.

? Sind die neuen Geräte teurer?

!Die Kommission erwartet, dass die Preise zwischen zwei und zehn Euro je nach Produkt steigen. Dafür sinkt aber der Energieverbrauch so spürbar, dass die Mehrausgaben nach einem Jahr wieder reingeholt wurden.

? Bisher sind alle Haushalts- und Büro-Geräte betroffen, die mit Standby-Schaltungen laufen. Was kommt danach?

!Die Einführung der neuen energiesparenden Standby-Schaltungen ist nur der erste Schritt. Im April treten die neuen Obergrenzen für externe Netzteile zum Beispiel von Telefonen in Kraft. Im Juli folgen dann neue Verbrauchsgrenzen für Kühl- und Gefrierschränke.

? Derzeit erscheint die Anschaffung neuer sparsamerer Geräte vielen zu teuer. Wie lässt sich der Stromverbrauch trotzdem sofort senken?

!Elektrische Geräte wie Computer, Drucker, Scanner oder Musikanlage sollten nur eingeschaltet werden, wenn sie auch gebraucht werden. Ziehen Sie Netzteile von Handys nach dem Aufladen aus der Steckdose, denn diese Umwandler fressen auch Strom, wenn kein Mobiltelefon dranhängt. Geräte mit Standby-Schaltung notfalls vollständig vom Stromnetz nehmen.

? Was bringt die neue Verordnung für die Umwelt?

!Laut Umweltbundesamt verpulvern die Bundesbürger pro Jahr mindestens 22 Milliarden Kilowatt Strom durch den unnötigen Betrieb von Fernsehgeräten, Festplattenrekordern oder DVD-Spielern. Die neuen EU-Regelungen senken diesen Anteil um etwa sechs Mrd. Kilowattstunden. Das entspricht knapp vier Millionen Tonnen CO2. So lässt sich mindestens ein Großkraftwerk mit 800 Megawatt Leistung einsparen. Die deutschen Verbraucher könnten ihre Stromrechnungen um 1,2 Mrd. Euro senken, wenn sie Haus und Büro umrüsten.

Von Detlef Drewes

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