Autosalon in Genf: Der VW Bulli kommt zurück

Wolfsburg. Kein Auto steht derart für das Gefühl von Freiheit wie der VW Bus, der Transporter 1, kurz: T1. Nun startet Volkswagen ein Comeback mit einem neuen Bulli. Als Konzeptfahrzeug wurde es im Vorfeld des Autosalons in Genf, der Donnerstag startet, vorgestellt. 2014 könnte er in Serie gehen.

Am 8. März 1951 begann die Serienfertigung in Wolfsburg. In Deutschland hieß der T 1 Bulli, die Amerikaner tauften ihn Microbus. Gefahren wurde er auf allen Kontinenten. Den Bulli gab es damals ab 5850 Mark, das entspricht heute etwa 13 500 Euro. Zum Preis des Neuen macht VW bislang keine Angaben, spekuliert wird über 30 000 Euro.

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Das ist der neue VW Bulli

Während seiner Bauzeit war der Bulli Marktführer und galt als Symbol des Wirtschaftswunders. Insgesamt liefen in den Werken Wolfsburg und Hannover 1,8 Millionen des T1 in verschiedenen Ausführungen vom Band. Mit Beginn der Produktion des Nachfolger T2 endete 1967 die Fertigung des T1. Doch bis heute hat diese rollende Ikone ihre Fan-Gemeinde. Und an diesen Erfolg möchte Europas größter Autobauer anknüpfen.

Dafür hat VW den Bulli neu interpretiert: Das Design bleibt schlicht, mit sechs Sitzplätzen ist der neue so geräumig wie der Ur-Bulli, doch mit einem Elektromotor so sauber wie nie zuvor. Die Idee für den Retro-Bulli ist zehn Jahre alt. Doch nun sind die VW-Marktstrategen der Meinung, dass die Studie das Potenzial hat, neben Caddy, Touran, Sharan und Multivan eine fünfte Van-Baureihe zu begründen.

Das Konzeptauto folgt den Proportionen des Ur-Bullis – in punkto Raumnutzung, als auch bei der Frontpartie mit dem charakteristischen „V“. Wie einst der Alte trägt nun auch der Neue eine Zweifarbenlackierung – in diesem Fall Weiß und Rot. Statt des Heckantriebs mit Boxermotor, besitzt der neue Bulli einen Elektromotor mit Frontantrieb. Die Lithium-Ionen Batterie ist im Boden verborgen. Auf die Waage bringt er 1450 Kilo. Ein bisschen „Samba“ Anders als beim T1 gibt es weder einen Drehzahlmesser noch einen konventionellen Schalthebel – beides ist in einem E-Auto überflüssig.

Stattdessen wird über einen Drehschalter am Cockpit der Vor- und Rückwärtsgang aktiviert. Gestartet und gestoppt wird der Motor ebenfalls per Taste. Wie beim legendären T1 hat auch der neue Bulli eine großzügige Liegefläche. Vorn lassen sich Beifahrer- und Mittelplatz klappen; die Rücksitzbank kann komplett umgelegt werden. Dadurch erhöht sich das Ladevolumen auf bis zu 1600 Liter. Damit taugt er wie sein Urahn auch zum Reisemobil wie einst das legendäre Sondermodell „Samba“.

Zur Ausstattung gehörte damals ein Röhrenradio. Der Clou in Sachen Infotainment ist heute ein iPad. Damit kann man nicht nur im Internet reisen, sondern auch das Navigationssystem steuern. Zur Entspannung an Bord trägt sicherlich auch bei, dass der Neue mit allerlei Sicherheitstechnik ausgestattet ist – das ist wohl der größte Unterschied der beiden.

Antrieb: Elektromotor, reicht bis zu 300 Kilometer mit einer Batterieladung

Batterie: Lithium-Ionen mit maximal 40 Kilowattstunden

Ladezeit: maximal eine Stunde

Leistung: 85 kW/116 PS

Drehmoment: 270 Newtonmeter

Von 0 auf 100 km/h: 11,5 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h

Alternativen: Benzin- und Dieseleinspritzer sind geplant

Hintergrund: Idee Bulli entstand vor 64 Jahren

Ohne den niederländischen Volkswagen-Importeur Ben Pon wäre es vermutlich nie zum T1 und damit auch nicht zur Bulli-Studie in Genf gekommen. Pon war es, der am 23. April 1947 in sein Notizbuch einen kompakten Bus zeichnete. Eigentlich hatte der Niederländer eher die Silhouette eines stark verkürzten Linienbusses über den Radstand eines Käfers gestülpt und in das Heck ein „m“ für den Motor gemalt – der erste Van war geboren. Große Ideen brauchen meist nur wenige Striche und eine engagierte Umsetzung, heißt es bei VW. Die Designer formten aus der Skizze den Bus, der mit dem charakteristischen „V“ in der Front zur rollenden Ikone wurde.

Von Martina Wewetzer

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