Neues System wird getestet

Bundesminister sieht baldigen Ausstieg aus Küken-Töten

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Männliche Küken: Üblicherweise werden die Hähnchen aussortiert und zu Tierfutter verarbeitet, weil die Mast länger dauert und teurer ist. Foto: Bernd Wüstneck

Großenkneten (dpa) - Das massenhafte Töten männlicher Küken in Deutschland könnte nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bald ein Ende haben.

"Wir sind auf dem Weg, eine ethisch und auch rechtlich fragwürdige Praxis in Deutschland zu beenden", sagte Schmidt beim Besuch einer Brüterei im niedersächsischen Großenkneten.

Dort testet der Einzelhandelskonzern Rewe in einer Gemeinschaftsfirma mit einem niederländischen Partner ein System, das das Geschlecht von befruchteten Eiern mit Hilfe einer Hormonanalyse bestimmt. Entwickelt wurde es von Wissenschaftlern der Universität Leipzig.

"Was wir heute sehen, ist der Einstieg in den Ausstieg aus der Praxis des Tötens männlicher Eintagsküken", sagte Schmidt. Deutschland übernehme damit eine Vorreiterrolle und schaffe mit Forschung und Technik die Voraussetzungen, um das Kükentöten auch international zu beenden.

Es sei allerdings noch ein weiter Weg zur Praxisreife, sagte Rewe-Group Bereichsleiter Ludger Breloh. Angesichts der großen Menge an Eiern müsse die Arbeitsgeschwindigkeit und der Beprobungserfolg erhöht werden. Wenn die Technik marktreif sei, solle sie auch der Konkurrenz zugänglich gemacht werden, sagte Breloh. Eine Praxistauglichkeit im nächsten Jahr sei denkbar.

Pro Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken getötet, weil sie keine Eier legen und es unwirtschaftlich ist, sie zu mästen.

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